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Nachrichten Außenstellen: Auch ohne Bürgerkoffer wird bald regelmäßig beraten
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Sprechstunden ohne Bürgerkoffer sollen Ortsteilbüros ersetzen

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18:53 26.11.2019
Die Außenstelle in Bennigsen ist seit September wieder geöffnet. Quelle: foto: Juliet Ackermann/Archiv
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Am Anfang stand der große Plan: Vor zwei Jahren schlug Bürgermeister Christian Springfeld der Politik vor, die vier Ortsteilbüros der Verwaltung zu schließen. Es folgte eine zähe Debatte um Konsequenzen, um Alternativen wie einen Fahrdienst oder den gescheiterten Bürgerkoffer. Nun könnte es am Ende sogar zusätzliche nur für die Sprechstunde geöffnete Außenstellen geben – das wäre zumindest die Folge eines Kompromisses, den Stadt und Ortsbürgermeister nun ausgehandelt haben.

Laut Gestorfs Ortsbürgermeister Eberhard Brezski sollen einige Ortsteilbüros im Januar zu reduzierten Zeiten öffnen – zunächst für sechs Monate. Geplant war das ohnehin – nur eben mit dem neuen Bürgerkoffer im Einsatz.

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Aufwand für kleine Orte hoch

Der fehlt nun – kommen sollen die Mitarbeiter trotzdem. Aber nicht überall: Einige der kleineren Ortsteile – etwa Lüdersen und Alferde – hätten im Nachhinein darauf verzichtet, einmal monatlich für eine Stunde den Service im Ort anzubieten. „Der Aufwand wäre zu hoch“, sagt Lüdersens Ortsbürgermeisterin Ursel Postrach. Ihr sei aber wichtig, dass das Büro in Bennigsen „verlässlich“ offen bleibt: „Wir sind es sowieso nicht mehr gewohnt, eine Außenstelle zu haben.“ Auch Alferde hat auf eine Sprechstunde im Ort verzichtet, bestätigt Ortsbürgermeister Uwe Metz. „Wir haben seit 2003 keine Außenstelle mehr – und es gab darüber keine großen Klagen.“

Anders sieht das Holtensens Ortsbürgermeister Heinrich Freimann: Im Ort soll zum 1. Januar wieder eine Außenstelle eingerichtet werden – dort sollen Verwaltungsmitarbeiter eine Stunde pro Monat eine Sprechstunde anbieten.

Flyer soll informieren

Über die konkreten Zeiten will die Stadt nun einen Flyer erstellen. Darauf soll auch stehen, welche Angelegenheiten überhaupt in der Außenstelle erledigt werden können – also zum Beispiel eine Ummeldung.

Die bestehenden Verwaltungsaußenstellen in Bennigsen und Eldagsen sollen künftig zwei Stunden pro Woche öffnen, Völksen und Gestorf zwei Stunden pro Monat. Auch Mittelrode und Holtensen sollen den Dienst anbieten. „Termine sollen natürlich auch gebündelt werden“, so Brezski. Personell sollen die Zeiten abgedeckt werden können, hätte ihm die Stadt zugesichert. Seit September sind nur noch die Büros in Bennigsen und Eldagsen geöffnet.

Die Details zur Vereinbarung will Fachbereichsleiterin Hanna Kahle in der Sitzung am 12. Dezember dem Rat vorstellen. Ein Beschluss müsse dort nicht mehr gefasst werden, so Kahle.

Die Diskussion in der vergangenen Woche sei auf beiden Seiten sehr konstruktiv und offen gewesen, lobt Brezski. Für Ärger sorgte allerdings, dass sowohl in Gestorf als auch in Völksen schon die Computer in den Außenstellen abgebaut worden seien, ohne den Ortsrat darüber zu informieren. „Für mich eine eklatante Missachtung des Ortsrates, die aber mittlerweile in meiner Wahrnehmung an der Tagesordnung ist. Denn auch Anträge des Ortsrates Gestorf blieben mittlerweile seit einem halben Jahr unbeantwortet“, schreibt Brezski auf Facebook.

Von Saskia Helmbrecht