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Umland Springe Nachrichten Diese Springer haben ihren CO2-Ausstoß gesenkt
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18:05 31.03.2019
Mit Rad und Schirm: Die Klimaschützer aus Springe haben ihren CO2 -Ausstoß gesenkt.
Springe

Was in globalen Dimensionen erhebliche Probleme schafft und nur sehr zäh vorankommt, das haben acht Springer Familien bereits erreicht. „2010 hatten wir uns vorgenommen unseren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2020 um 20 Prozent zu verringern. Eine Vorgabe, die wir nach acht Jahren bereits erreicht haben. Wir werden unser Ziel also übererfüllen“, sagt Rudolf Rantzau.

Der 66-jährige, pensionierte Referatsleiter im Landwirtschaftsministerium, und seine Familie sind Teilnehmer am „Klimabündnis Springe“. „Angelegt ist das als Planspiel mit realem Hintergrund“, erklärt er. Als Vorbild dienen den Teilnehmern dabei die völkerrechtlich verbindlichen UN-Klimakonferenzen. „So wie es die regelmäßig gibt, treffen sich auch die Familien, die die Rollen verschiedener Staaten übernommen haben, um den weiten Verlauf festzulegen.“

„Wir wollten wissen, was wir in Sachen CO2-Ausstoß konkret tun“, sagt die Agraringenieurin Ulrike Konrad. „Jeder weiß beispielsweise, was etwa ein Urlaubsflug kostet und wie viele Tage Urlaub man braucht, aber die CO2-Bilanz kennt keiner.“

Mit Bus oder Rad zum Einkaufen

Eben das wollen die Mitglieder im Klimabündnis Springe dokumentieren und ins öffentliche Bewusstsein bringen. In die Verbrauchsberechnungen einbezogen werden dabei etwa der Verbrauch für Heizung, Gas und Strom, Pkw-, Flug-, Bahn- und Buskilometer sowie Schiffsreisen. Rantzau: „Die Berechnung erfolgt auf Basis eines einheitlichen Datenblattes und einheitlichen Rechenschritten. Daten zum Konsum, zu Ernährung und öffentlichem Verbrauch werden pauschal berücksichtigt.“

Statt mit dem Auto gilt es also mit Bus oder Rad zum Einkaufen zu fahren, Fotovoltaik aufs Dach zu bringen, vom Benziner auf ein E-Auto umzusteigen. Vier E-Autos sind bei den teilnehmenden Familien bereits im Einsatz.

„Kontrollen gibt es nicht, wir setzen ganz auf Vertrauen“, stellt Rantzau klar. Nicht elitäre Besserwisserei, sondern das Gruppenergebnis stehe im Vordergrund. Kommt es zu negativen Abweichungen von den Zielvorgaben, so hat derjenige Haushalt ein Essen für alle auszurichten, bei dem die Abweichungen am größten sind.

Klimabündnis ist Erfolgsprojekt

Das „Klimabündnis Springe“ ist ein Erfolgsprojekt, und hat Vorbildcharakter über die Stadt- und Regionsgrenzen hinaus. Mit dabei ist auch der Masterplankoordinator der „Klimaschutzagentur Weserbergland“, Jan Krebs. „Wir haben in den drei Landkreisen Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden in Anlehnung an das Springer Projekt schon vier weitere Klimabündnisse mit im Schnitt je vier bis acht Familien eingerichtet“, berichtet er.

Von Christoph Huppert