Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Ratsherr erklärt Kollegen irrtümlich für tot
Umland Springe Nachrichten Ratsherr erklärt Kollegen irrtümlich für tot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:09 11.05.2014
Trat von allen Ämtern zurück: Der rtsbürgermeister von Bennigsen, Hartmut Rieck.
Trat von allen Ämtern zurück: Der rtsbürgermeister von Bennigsen, Hartmut Rieck. Quelle: Archiv/HAZ
Anzeige
Springe

Hartmut Rieck zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der Springer Stadtratsfraktion zurück und legt zudem sein Amt als Ortsbürgermeister von Bennigsen nieder. Auslöser ist eine Kommunikationspanne: Der Politiker hatte den Ortsrat per E-Mail über den Tod eines schwer erkrankten Mitglieds des Gremiums informiert – obwohl dieses noch lebt.

In einer emotionalen E-Mail, die wiederum an den Ortsrat und außerdem an Stadt und Bürgermeister Jörg-Roger Hische ging, offenbarte Rieck am Sonntag dann seinen Fehler – und zog Konsequenzen: „Mit sofortiger Wirkung“ lege er sein Amt als Ortsbürgermeister nieder, heißt es in dem Schreiben. „Ich lege weiterhin meinen Sitz im Ortsrat von Bennigsen nieder und beende mit dem heutigen Tag auch meine Tätigkeit als Ratsherr der Stadt Springe“. Bürgermeister von Bennigsen ist zunächst Volker Gniesmer (SPD), der Rieck bislang vertreten hatte. Wer im Rat und im Ortsrat nachrückt, war noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Auslöser für Riecks Schritt war ein Schreiben, das er am Mittwochmorgen um 7.34 Uhr von seiner dienstlichen Adresse im Rathaus in Hannover aus geschickt hatte: Inhalt war nicht nur die falsche Todesnachricht – sondern auch der Hinweis, dass diese ihn über den Springer Bürgermeister Jörg-Roger Hische erreicht hatte. Noch am Mittwochvormittag kam dann das Dementi.

Am Sonntag teilte Rieck mit, er habe sich inzwischen in einem längeren Gespräch bei der Familie des betroffenen Politikers entschuldigt. Es sei falsch gewesen, „eine Information ungeprüft“ weiterzugeben. Dieser Fehler müsse nun auch Konsequenzen haben, schreibt Rieck. Wichtiger als seine politische Tätigkeit sei ihm, der Familie „aufrecht und in Freundschaft und Verbundenheit in die Augen sehen“ zu können.

Bürgermeister Hische zeigte sich am Sonntag zerknirscht: „Ich habe dazu beigetragen.“ Er sei am Mittwoch vor Dienstbeginn vom Tod des Ortsratsmitglieds informiert worden. „Ich habe das für wahr befunden“ – auf die gleiche Weise sei auch der Tod seines Bruders in Bennigsen verbreitet worden, so Hische. Es sei in diesem Fall auch nicht üblich, selbst die Angehörigen anzurufen. Rieck habe er daraufhin informiert, „weil es um eins seiner Ortsratsmitglieder ging“. Auch er habe sich inzwischen bei der Familie entschuldigt, so Hische: „Wir haben Menschen weh getan.“ Riecks Rücktritt sei zwar konsequent, aber auch nicht nötig: „Es ist kein materieller Schaden entstanden.“

Von Christian Zett

Nachrichten Fuchs in Nachbars Garten - Als die Tiere den Wald verließen
08.05.2014
Nachrichten Bauarbeiten zwischen Springe und Weetzen - S5 fährt im Juni nur stündlich
01.06.2014