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Umland Springe Nachrichten Wisente sind im Ausland begehrt
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19:25 27.12.2016
Es gibt es ein neues Angebot: In Nachbarschaft zu den Wolfsgehegen steht ein Wohnfass, in dem man für eine Nacht neben den Wölfen campieren kann. Quelle: VOIGTMANN
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Springe

„Jetzt läuft ja noch die Jahreskartenaktion, da kann sich die Anzahl noch einmal verändern. Im Blick auf die letzten zehn Jahre ist es damit, trotz eines vom Wetter her betrachtet unglücklichen Starts im Frühjahr, ein gutes Jahr gewesen“, resümiert Hennig.

Tiere ins Ausland vermittelt

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Und nicht nur das Gehege, sondern auch die Wisente aus Springe sind sehr begehrt, berichtete Hennig: Sechs Tiere sind nach Rumänien in ein Wildreservat gekommen. „Zwei Wisentkühe sind nach Holland, eine ist nach Spanien gegangen“, berichtet Hennig. Der Bedarf an Tieren unter anderem in Spanien werde in den nächsten Jahren sicher noch steigen. Er sei aber allein von Springe aus nicht zu decken.

Aber auch Springe erhält Zuwachs von außerhalb, berichtete der Wisentgehegechef den Mitgliedern des Fördervereins während eines Rundgangs über das Gelände: „Karfreitag haben wir die Chance genutzt, Füchse aufzunehmen. Sechs Jungtiere wurden bei einem Osterfeuer noch rechtzeitig entdeckt. Wir haben sie aufgenommen, allerdings zwei gleich abgegeben – zur weiteren Aufzucht an den Wildpark Eekholt in Schleswig-Holstein, mit dem wir ja gut befreundet sind.“

Füchse vor Osterfeuer gerettet

Ein Tier hatte eine schwerwiegende Verletzung und musste deshalb eingeschläfert werden. „Vor einigen Tagen ist uns leider ein weiteres Tier, das besonders zutraulich war, eingegangen. Selbst in der Tierärztlichen Hochschule konnte man nicht feststellen, was der Fuchs hatte.“ Die Betriebsleitung Braunschweig habe die Haltung von Füchsen genehmigt und Mittel für die Gestaltung der Anlage für die neuen Bewohner des Wisentgeheges bereitgestellt. Die neue Fuchsanlage wurde an der Stelle angelegt, wo früher die Schleiereulen waren.

Vorerst keine Vielfraße mehr

Nach vielen Jahren der Vielfraßhaltung ist inzwischen die uralte Vielfraßdame im Alter von 19 Jahren verstorben. „Die Anlage steht jetzt leer“, berichtete Hennig. „Wir werden an der Stelle keine Vielfraße mehr halten. Wenn wir mit diesen Tieren künftig weitermachen, was ich auch gerne möchte, dann werden wir eine neue Anlage bauen.“

Dauerthema sei in den letzten Jahren die neue Werkstatt für die Handwerker gewesen, die nun fertiggestellt worden ist. Es fehle noch an der Inneneinrichtung. Angebote seien eingeholt. Allerdings gebe es Probleme mit der Pelletheizung. „Das alles werden wir sicher beim nächsten Weihnachtsrundgang 2017 alles im Griff haben.“

Eine wichtige Baustelle sei auch die neue Wisentfütterungs- und Fanganlage, die demnächst fertiggestellt sein soll. Hennig sei froh darüber, dass der Förderverein die Anlage finanziert. Sie entstehe weitgehend durch Eigenleistungen. Von der Vogelgrippe blieb das Wisentgehege bislang verschont. Zum Schutz wurden Hühner in den Stall gebracht, außerdem wurde die begehbare Voliere für den Besucherverkehr gesperrt. Die Mitarbeiter betreten diesen Bereich nur noch nach gründlicher Desinfizierung der Schuhe.

Von Horst Voigtmann