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Stadt hofft nach Hallenbad-Privatisierung auf Investitionen

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18:07 29.10.2019
400 000 bis 500 000 Euro investiert die Stadt Springe jedes Jahr in das Hallenbad an der Harmsmühlenstraße.
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Wenn die Stadtwerke bald wie geplant das Hallenbad übernehmen, gibt es einen Haupteffekt: Die Stadt will die verlustreiche Einrichtung aus den Bilanzen streichen; die Stadtwerke wollen Steuern sparen. Doch die Privatisierung hat noch etwas, das Vize-Rathauschef Clemens Gebauer „Abfallprodukt“ nennt: Im Rathaus hofft man auf Investitionen und Modernisierungen.

Das Modell klingt eigentlich ganz einfach: 400 000 bis 500 000 Euro muss die Stadt jedes Jahr in ihr Hallenbad stecken – der Betrieb ist teurer als die Einnahmen. Wenn die Stadtwerke Hausherr werden, wandert dieser Verlust in deren Bücher, senkt dort den Gewinn, spart Steuern. Damit werden zwar auch die Ausschüttungen an die Stadt geringer – unter dem Strich will man sich aber um gut 200 000 Euro verbessern.

Stadtwerke haben mehr Möglichkeiten zu investieren

Die mehrheitlich kommunalen Stadtwerke, die über eine Trägergesellschaft womöglich schon ab Januar das Sagen im Bad haben könnten, hätten aus Gebauers Sicht ganz andere Möglichkeiten, Geld in das Gebäude zu stecken: „Ich glaube, dass ein dynamischer Betreiber mehr Dinge tun kann als die öffentliche Hand.“ Soll heißen: Der Stadt fehlt schlicht das Geld, um das Hallenbad attraktiver und damit womöglich ertragreicher zu machen. Beispiele fallen Gebauer genug ein: „Wir haben eine brachliegende Sauna, ein brachliegendes Restaurant ...“

Aber auch an vielen anderen Stellen gibt es Potenzial: Schon 2013 hatten Arbeitsgruppen zusammen mit Ehrenamtlichen Ideen entwickelt – für die es allerdings auch Geld braucht: ein erweitertes Marketing, ein Maskottchen, Werbeaktionen, Veranstaltungen – speziell die riesige Liegewiese neben dem Bad soll demnach besser ins Programm eingebunden werden.

Erfolgreiches Konzept in benachbarten Landkreisen

Dass der erhoffte Effekt durchaus eintreten könne, zeige der Blick in die Nachbarschaft: In Hameln oder Bad Pyrmont sei man ähnliche Wege gegangen und habe Erfolge erzielt, so Gebauer.

Geplant waren die Umwälzungen eigentlich schon in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres. Doch das Thema ist kompliziert: Mit den Gesellschaftern der Stadtwerke (neben der Stadt auch BS Energy, Veolia und die Stadtwerke Hameln) oder der Kommunalaufsicht müsse man viele Partner an Bord bringen, „die auch noch den gleichen Ruderschlag haben müssen“, so formuliert es Gebauer.

Ein ganz entscheidender Faktor ist für ihn das Personal, das der neue Betreiber komplett übernehmen soll: Es sei ihm „sehr wichtig“, den Wechsel Hand in Hand mit Mitarbeitern und Personalrat zu stemmen. Im November solle es einen weiteren Termin geben, um Details zu besprechen.

Für die Badegäste solle sich direkt nach einem Wechsel nichts ändern, verspricht Gebauer – bis dann vielleicht irgendwann die ersten Investitionen kommen ...

 

 

Von Christian Zett