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Stadt will Radwegekonzept

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17:31 11.06.2019
Immer wieder in der Diskussion ist die Verkehrsführung für Radfahrer an der Völksener Straße und am Kreisverkehr. Quelle: Ralf T. Mischer
Springe

Die Verwaltung startet einen neuen Anlauf für ein Radwegekonzept. Nicht zum ersten Mal: Genau das sorgte in den vergangenen Jahren bei der Politik für einige Diskussionen – mit dem Ergebnis, dass das Konzept damals auf Eis gelegt wurde.

Konzept für Radwege statt nur Änderungen am Radwegenetz

Vor allem von der CDU hagelte es 2015 Kritik: Die Verwaltung solle nur die gesetzlich vorgeschriebenen Änderungen am Radwegenetz vornehmen. Immer wieder verteidigte die Verwaltung das Konzept, das sie mit dem ADFC und der Polizei gemeinsam erarbeitet hatte. Jetzt will die Stadt wieder ein Konzept erstellen – das aber deutlich umfangreicher ausfallen soll als noch vor ein paar Jahren, sagt Bauchef Jörg Klostermann.

Nun will Springe nicht als Alleinkämpfer das Thema angehen, sondern das Konzept gemeinsam mit zwei anderen direkten Nachbarkommunen angehen, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Konkret geht es um Ronnenberg und Pattensen. Federführend soll aber Springe das Projekt begleiten.

Fördermittel vom ILE eingeplant

Über die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) wollen die Städte an Fördermittel kommen. Die Antragsfrist für diese Gelder endet allerdings bereits am 15. September. „Weil wir die Rechnung aber erst einmal übernehmen müssen, brauchen wir einen politischen Beschluss“, sagt Springfeld.

Morgen wird daher der Finanzausschuss erstmals über das Thema sprechen, am 20. Juni entscheidet zunächst der nicht öffentliche Verwaltungsausschuss, bevor am 27. Juni der Rat endgültig entscheidet. Insgesamt 200 000 Euro soll das Konzept kosten – 73 Prozent der Kosten könnten aber gefördert werden, sodass die Stadt nur noch knapp 23  000 Euro aus eigenen Mitteln bezahlen müsste. „Alltagsradverkehrskonzept“ hat die Verwaltung das Projekt offiziell genannt.

ADFC bestätigt Dringlichkeit

Dass dringend Handlungsbedarf besteht, habe das Ranking des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs bestätigt, das vor einigen Wochen veröffentlicht wurde, sagt Springfeld. Beim Fahrradklimatest landete die Deisterstadt auf einem abgeschlagenen 253. Platz – von 311 Plätzen. „Das heißt für uns, wir wollen besser werden, und dafür braucht es ein kommunenübergreifendes und umfassendes Konzept. Wir müssen als Kommune etwas tun“, betont Springfeld.

In einem sogenannten Kataster soll festgestellt werden, wie die Situation für Radfahrer vor Ort ist. Daraus sollen dann konkrete Handlungsbedarfe abgeleitet werden, so der Plan. Das Papier könne die Stadt dann selbstständig pflegen und weiterführen. „Gleichzeitig können wir darstellen, wie wichtig uns ein Radweg zwischen Eldagsen und Alferde ist, und das Problem in einem Konzept niederschreiben. Damit können wir auch beim Land einen ganz anderen Weg gehen, sodass das Land mal wach wird“, so Springfeld.

„In diesem Konzept werden die Anregungen der Kommunalpolitik mit berücksichtigt“, ergänzt Klostermann. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels müsse die Stadt das Radwegenetz verbessern, so Klostermann. Und dank eines externen Büros habe man am Ende „einen Blick von außen“, sagt Springfeld.

Von Saskia Helmbrecht