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Nachrichten Sturmtief "Herwart" fegt Hubertusfest davon
Umland Springe Nachrichten Sturmtief "Herwart" fegt Hubertusfest davon
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00:17 01.11.2017
Die Fest-Beschicker ziehen sich am Sonnabendmorgen zurück.  FOTO: SZABO
Die Fest-Beschicker ziehen sich am Sonnabendmorgen zurück. FOTO: SZABO
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86 Stand-Beschicker hatten sich angemeldet. Den weitesten Anfahrtsweg hatte eine Mittelalter- Bäckerei aus der Nähe von Berlin, sagt Wisentgehege-Chef Thomas Henning. „Wir haben viel investiert. Sehr viel sogar“, sagt der Bäcker zähneknirschend und verstaut seinen Stand in seinem Lkw. Auch fürs Wisentgehege bedeutet die Absage einen erheblichen Einnahmeverlust. „Das Hubertusfest ist wie ein 13. Monat für uns“, sagt Henning. Rechnungen müssen nun trotz des Ausfalls beglichen werden, denn bereits im Vorfeld entstanden für den Tierpark erhebliche Kosten für Werbung, 5000 gedruckte Programmhefte, Handwerker, das Technische Hilfswerk und Wege, die extra für die Großveranstaltung saniert wurden. Auch die Händler sind vom Unwetter betroffen. „Wegen höherer Gewalt werden die Standgebühren in Höhe von 300 Euro nicht zurückerstattet“, räumt Henning ein. „Vielleicht bieten wir den betroffenen Händlern nächstes Jahr Ermäßigungen an“, doch wie am Ende verfahren wird, das wisse er noch nicht.

Fest steht, dass das Hubertusfest nicht nachgeholt wird: „Dieses Jahr ist es für uns vom Tisch“. Trotzdem sollen am Montag und Dienstag einige Angebote für Kinder stattfinden. „Wir werden den Falkenhof öffnen“, sichert Henning zu. Ponyreiten soll ebenfalls möglich sein und auch kulinarische Angebote soll es geben. Leid tun dem Parkleiter die Besucher, die er heimschicken musste. „Sie waren teilweise sehr enttäuscht“. Es ist nicht das erste Mal, dass das Hubertusfest ausfällt. Bereits 2002 musste es wegen Orkanböen unterbrochen werden. Damals seien auch Äste und Bäume umgeknickt, sagt Henning. Auch diesmal knickte etliche Bäume um, sagt Hennig. Beschädigt wurde aber nichts. „Ab Windstärke 7,5 muss so eine Veranstaltung ausfallen“, sagt Henning. Familie Hamann aus Segeste bei Alfeld sieht es gelassen. Der Besuch des Hubertusfestes sollte ein Geburtstagsgeschenk für die Mutter werden. „Unsere Mutter hat sich so darauf gefreut. Aber zum Glück haben wir noch einen Plan B im Ärmel.“ Die meisten Händler und Aussteller reagierten verständnisvoll. Hartmut Leiner aus Springe steht trotz des Windes noch am Grill und brät Würstchen. „Ich denke, es war eine gute Entscheidung.

Er zeigt für die Situation, aber auch für die Händler Verständnis. „Die Leute verlieren viele Lebensmittel“. Im Gegensatz zu Bäckereien und Caterern kann er seine Würstchen einfrieren. Die Bratwürste vom Grill bekommen jetzt Rolf Otte-Witte und Brigitte Lenz aus Elze, die ein Gasthofservice betreiben und während des Hubertusfestes Erbseneintopf und Chilli Con Carne verkaufen wollten. Auch sie verstehen die Situation. „Es ist höhere Gewalt“, sagt Otte-Witte. Verkaufen wollten die Gastronomen auch Torten. Die bekommt nun das Wisentgehege.

Von Patricia Szabo