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Umland Springe Nachrichten 19-Jährige terrorisiert Ex des Freundes
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08:55 14.05.2014
Mit bis zu 30 Anrufen pro Tag wurde das Opfer belästigt.
Mit bis zu 30 Anrufen pro Tag wurde das Opfer belästigt. Quelle: dpa
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„Ich bin mir keiner Schuld bewusst“, sagte die junge Frau in der Verhandlung. Wer jedoch sonst von ihrem Handy aus ab August 2012 rund ein Jahr lang das 19-jährige Opfer mit anonymen Anrufen – teils im Sekundentakt – und mit SMS belästigt haben soll, konnte sie nicht erklären. Das Opfer berichtete von bis zu 30 Anrufen pro Tag. Sowohl während der Schulzeit als auch nachts habe ihr Mobiltelefon geklingelt, gemeldet habe sich aber niemand. Nur einmal habe sie im Hintergrund eine Beleidigung wie „Nutte“ vernommen. Die Anrufe – selten kam eine Textnachricht – hätten sie so beunruhigt, dass sie unter Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen litt, berichtete die junge Frau in ihrer Zeugenaussage.

Warum sie das Mobiltelefon nicht zumindest während des Unterrichts ausgestellt habe, wollte die Staatsanwältin wissen. Es habe in dieser Zeit familiäre Probleme gegeben, deshalb habe sie stets erreichbar sein müssen, sagte die 19-Jährige. Die Schülerin war vor geraumer Zeit mit dem jetzigen Freund der Angeklagten liiert. Auch nach dem Ende der Beziehung hatten sie – zunächst intimen, später freundschaftlichen – Kontakt. Sie habe nicht gewusst, dass ihr Ex eine neue Freundin habe, so das Opfer.

Der junge Mann erklärte, dass in seinem mobilen Telefonbuch unter dem Eintrag des Opfernamens beleidigende Kommentare geschrieben waren. Den Verfasser kenne er nicht. Er habe auch nie erlebt, dass seine neue Freundin die Ex angerufen habe. Die Angeklagte beteuerte bis zum Ende der Verhandlung ihre Unschuld. Doch das Gericht konnte ihr nachweisen, dass zumindest 13 Anrufe von ihrem Handy aus auf dem Handy des Opfers eingegangen waren. Das hatte eine polizeiliche Funkdatenüberprüfung ergeben. Und noch etwas belastete die junge Frau. In einer SMS hatte sie das Opfer drohend aufgefordert, sich von ihrem Freund fernzuhalten – und sich damit zu erkennen gegeben.

Von Annegret Brinkmann-Thies