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Nachrichten König Jagau und seine Vasallen
Umland Springe Nachrichten König Jagau und seine Vasallen
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18:31 19.12.2014
Springe Klinikum. Bernhard Herrmann
Quelle: Symbolbild
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Springe

„Wir haben gekämpft, als ob es unser Krankenhaus wäre – aber es ist nicht unser Krankenhaus“: Er wisse, wie geschockt zahlreiche Springer über die baldige Schließung der Einrichtung sind, erklärte Bürgermeister Jörg-Roger Hische in der Ratssitzung. Die Entscheidung der Region sei jedoch gefallen, „und wir haben keinen unmittelbaren Hebel, um das zu ändern. Wir haben das zu akzeptieren.“

Die Sorge um das Krankenhaus zog sich durch nahezu alle Haushaltsreden der Fraktionen. Das Thema tauchte in der Zuhörer-Fragestunde ebenso wie in der Sitzungspause auf. SPD-Fraktionschefin Katrin Kreipe sprach von einer Entscheidung, die nicht nach demokratischen Grundsätzen getroffen worden sei. Regionspräsident und Parteifreund Hauke Jagau (SPD) erhielt von ihr eine ordentliche verbale Backpfeife: Die Debatte habe sie an einen König und seine Vasallen erinnert.

Auch den SPD-Regionsabgeordneten Detlev Herzig, der für die „Medizinstrategie 2020“ gestimmt hat, watschte Kreipe ab: „Diejenigen, die ihre Hand gehoben haben, dürfen sich nicht wundern, wenn die Politikverdrossenheit in Springe wächst.“

CDU-Mann Wilfred Nikolay schlug in dieselbe Kerbe: Die gesamte Kommunalpolitik nehme Schaden. „Es ist nur schwer durchschaubar, wer hier welches Spiel treibt.“ Und: „Es scheint so, dass manche Politiker mit zunehmendem Abstand zu den Menschen ihre Sensibilität für die fundamentalen Belange der Bürger verlieren.“ Rot-Grün arbeite „salamitaktikartig auf eine Gebietsreform zur Regionalstadt Hannover“ hin, ärgerte sich Jürgen Kohlenberg (Gruppe Freie Wähler/FDP/Kohlenberg). Die Krankenhaus-Schließung sei ein Schritt in diese Richtung.

Die SPD Springe hadert unterdessen nicht nur mit ihrer Regionsfraktion, sondern auch mit den Regionsgrünen. Die hatten Jagau in der Pflicht gesehen, einen Namen für den Krankenhaus-Schlichter vorzuschlagen. Dieses „Erstrecht“ müsse jedoch in Springe bleiben, fordert SPD-Chef Eberhard Brezski. „Wir sehen die Notwendigkeit eines Runden Tisches, der sich aus Vertretern der niedergelassenen Ärzte, der AWO, des DRK, der Parteien und anderen Personen zusammensetzt, die den Ombudsmännern zuarbeiten.“ Es dürfe auf keinen Fall noch einmal über die Köpfe der Springer hinweg entschieden werden.

Von Ralf Mischer

Mathias Klein 16.12.2014
16.12.2014