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Nachrichten Wahlkampf muss ohne Wappen laufen
Umland Springe Nachrichten Wahlkampf muss ohne Wappen laufen
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20:11 13.11.2015
Unpolitisch: Das Springer Wappen
Unpolitisch: Das Springer Wappen
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Springe

Das hätten sich die Grafen von Hallermunt wohl nicht träumen lassen - dass ihr Siegelzeichen, die fünfblättrige Rose, eines Tages Objekt eines Tauziehens wird. Es geht um das Springer Stadtwappen, das eine Rose und die Hallerquellen zeigt. Offenbar hat es sich zum beliebten Objekt im Bürgermeisterwahlkampf entwickelt. Doch die Stadt wehrt sich.

Es ist schon das zweite Mal, dass man sich im Rathaus mit dem Thema beschäftigen musste. Im September war das Springer Logo auf einem Schreiben des CDU-Bürgermeisterbewerbers Torsten Luhm aufgetaucht. Ein politischer Rivale beschwerte sich, die Verwaltung mahnte - und Luhm versicherte, das Wappen nur noch auf dem Auto oder am Jackett tragen zu wollen.

Dann kam die SPD. Auf der Facebook-Seite von Bürgermeisterkandidat Volker Gniesmer taucht das Springe-Logo großflächig auf mehreren Werbebildern auf, direkt über dem SPD-Parteilogo. Erneut beschwerte sich ein Mitbewerber. Dieses Mal fuhr die Stadt schwerere Geschütze auf: Sie ließ am Donnerstagabend hinter verschlossenen Türen den Verwaltungsausschuss, zweitwichtigstes Gremium nach dem Rat, einen Beschluss fassen. Demnach ist die Nutzung des Wappens im Wahlkampf ab sofort untersagt.

Damit wolle man eine Gleichbehandlung erreichen, sagt Rathauschef Gerd-Dieter Walter. Denn eigentlich können alle Vereine - und damit auch Parteien - das Logo neben ihrem eigenen benutzen. Es darf nur nicht der Eindruck entstehen, die Stadt sei Urheberin eines Schreibens oder Plakats und unterstütze einen bestimmten Zweck oder eine politische Aussage. Doch das, glaubt Walter, benachteilige im Wahlkampf die beiden Einzelbewerber: Ohne Partei im Rücken wäre ihnen auch die Nutzung des Stadtwappens verwehrt geblieben.

Gniesmer reagierte gestern schnell, allerdings mit einer eigenen Interpretation des Beschlusses. Er werde in „allen neuen Beiträgen“ das Stadtwappen „selbstverständlich nicht mehr verwenden“, schrieb er auf Facebook. Die von Stadt und politischem Rivalen beanstandeten Beiträge sind jedoch weiter auf der Seite zu sehen.