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Springe Ortsbürgermeister kämpft gegen Schließung der Ortsteilbüros
Umland Springe Ortsbürgermeister kämpft gegen Schließung der Ortsteilbüros
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00:22 24.02.2019
Die Stadt will ihren Bürgerservice in Springe konzentrieren – hier das Rathaus auf dem Burghof. Doch gegen das Konzept gibt es teils erhebliche Widerstände – auch aus Holtensen. Quelle: rRalf T. Mischer
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Holtensen

Der Widerstand gegen die Schließung der Verwaltungsaußenstellen verfestigt sich: Nach den Protesten aus Bennigsen und Lüdersen kündigt auch Holtensens Ortsbürgermeister Heinrich Freimann (CDU) an, sowohl in seinem Ortsrat als auch im Stadtrat für den Erhalt der Dorfbüros kämpfen zu wollen.

„Die Schließungspläne sind doch gar nicht ausgegoren“, ärgert sich Freimann. Es sei richtig, die Haushaltskonsolidierung im Blick zu haben, „aber an der Stelle macht das Sparen überhaupt keinen Sinn“.

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Erinnerung an die Gebietsreform

Der Christdemokrat erinnert an die Verträge der Gebietsreform: Anfang der 70er-Jahre wurde ausgehandelt, dass die Ortsteile kleine Rathaus-Außenstellen behalten. Im Jahr 2003 wurden die Büros in Alferde, Altenhagen I, Alvesrode, Holtensen, Lüdersen und Mittelrode geschlossen, dafür sollten die größeren Standorte in Eldagsen, Bennigsen, Gestorf und Völksen dauerhaft erhalten bleiben. Schnellstmöglich will sich Freimann durch die Schriftstücke von damals arbeiten, um bei seiner Ortsratssitzung in knapp zwei Wochen aus den betreffenden Passagen zitieren zu können.

„Zum Einkaufen müssen wir ohnehin nach Eldagsen fahren“, sagt Freimann. Seiner kleinen Außenstelle, die früher einmal im Dorfgemeinschaftshaus untergebracht worden (dort, wo jetzt der Wickelraum der Krippe ist), trauere er deshalb nicht wirklich nach. Die Weiterfahrt nach Springe müsse für die Holtenser, Boitzumer und Wülfinghäuser allerdings nicht sein – „allein schon aus Klimaschutzgründen“, so Freimann. Die Strecke nach Eldagsen sei auch gut mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu bewältigen.

Ortsteilbüros sogar ausbauen

Geht es nach ihm, sollen die vier Verwaltungsbüros nicht nur erhalten, sondern sogar ausgebaut werden. Im ersten Schritt seien verlässliche Öffnungszeiten wichtig, im nächsten Schritt könnten zusätzliche Angebote wie eine Rentenberatung folgen. Als Testzeit schlägt Freimann die zweieinhalb Jahre bis zur nächsten Kommunalwahl vor. Das Argument, dass Mitarbeiter seien bei ihren Außeneinsätzen nicht ausgelastet seien, lässt er nicht gelten: In Zeiten, in denen Homeoffice-Arbeitsplätze selbstverständlich sind, könne es kein Problem mehr sein, Akten von einem anderen Ort aus zu bearbeiten.

Was Freimann bei der bisherigen Diskussion wundert: „Im Rathaus ist doch schon jetzt nicht genug Platz für alle Mitarbeiter. Und dann sollen da auch noch die Kollegen von den Außenstellen sitzen?“

Alferde wartet noch ab

Die Verwaltungsaußenstelle in Eldagsen ist bislang auch Anlaufstelle für die Bewohner Alferdes. Ortsbürgermeister Uwe Metz möchte sich vor der Ortsratssitzung am 4. März noch nicht festlegen, ob er die Schließungspläne eher befürworten oder verhindern will. Gut informiert ist er: Metz hatte als einziger fremder Ortsbürgermeister die erste Beratungsrunde im Ortsrat Völksen besucht.

In den bisherigen Unterlagen fehlen ihm Angaben, wie viele Alferder das Büro in Eldagsen überhaupt nutzen. „Eine Zahl wäre durchaus interessant“, so Metz. 646 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Verwaltungsaußenstelle am Ratskeller. Mit 1,3 Fragestellern pro Öffnungsstunde war sie die beliebteste im Stadtgebiet.

Von Marita Scheffler