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Springe Lärmschutzwände: Ortsrat vollzieht Kehrtwende
Umland Springe

Ortsrat Lüdersen stimmt Bau von Lärmschutzwänden doch zu

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19:02 20.12.2019
Die Bahnlinie führt auch an Lüdersen vorbei – am dichtesten kommen die Züge dem Gebiet Im Thiefeld. Quelle: Anne Brinkmann-Thies
Lüdersen

Im Zwist um den Bau von Lärmschutzwänden entlang der Bahnschienen im Bereich Lüdersen hat sich der Lüderser Ortsrat zu einem Kompromiss entschlossen. Statt drei Meter Höhe sollen die Wände lediglich zwei Meter messen. „Wir müssen bei allen um Verständnis bitten, die keine Wand wollten“, sagte Ortsbürgermeisterin Ursel Postrach (SPD) mit Blick auf einige Anlieger, die sich vehement gegen das Vorhaben ausgesprochen haben. Die Entscheidung sei nicht leichtgefallen, so die Ortsbürgermeisterin. Letztlich habe sich der Ortsrat aber zu dieser abgeschwächten Variante durchgerungen. Auf benachbarten Grundstücken sei gesetzlich ein blickdichter Zaun in der Höhe von 1,80 Metern erlaubt, der Lärmschutz der Bahn wäre dann in Lüdersen nur 20 Zentimeter höher, erläuterte Postrach die Position des Ortsrats.

Anwohnerin ist fassungslos

Eine Anliegerin, die dem Ortsrat in der vergangenen Sitzung eine Unterschriftenliste gegen das Vorhaben übergeben hatte, zeigte sich fassungslos: „Ich fühle mich gerade geohrfeigt“, sagte sie. In jener Sitzung Anfang November hatte der Ortsrat noch seine Ablehnung gegen das Vorhaben formuliert.

„Wir mussten zwischen den Interessen abwägen, auch mit Blick auf die kommenden 30 Jahre“, verteidigte Postrach die Entscheidung. Und fügte hinzu: „Wir wissen, das wird nicht alle begeistern.“ In Lüdersen soll der Lärmschutz auf einer Länge von 408 Metern errichtet werden. Direkt vor der Sitzung hatte der Ortsrat noch einmal zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, an der rund 20 Lüderser teilnahmen. „Wir hatten aber einen brechend vollen Saal erwartet“, zeigte sich Ute Austermann-Haun (CDU) enttäuscht.

90 Unterschriften gegen die Lärmschutzwände gesammelt

Die Anliegerin verwies auf die Unterschriftenliste, in der ja mehr als 90 Lüderser ihre Meinung gegen das Vorhaben kundgetan hätten. „Elf Anlieger wohnen in der ersten Reihe zur Bahn, nicht alle haben sich gegen die Lärmschutzwände ausgesprochen“, so Postrach. Und man habe ja alle Lüderser im Blick haben müssen. Die Ortsratsbeschlüsse – Bennigsen und Völksen haben sich für die akustischen Bremsen entlang der Bahnlinien ausgesprochen – gehen nun in den Planungs- und Umweltausschuss.

Was, wenn dort eine Höhe von drei Metern auch für Lüdersen beschlossen würde, fragte die Anliegerin. „Dann gilt unser Votum: Zu drei Metern sagen wir Nein“, sagt Ortsratsmitglied Tobias Helmich (CDU).

Von Anne Brinkmann-Thies