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Springe Region lehnt SPR-Kennzeichen weiterhin ab
Umland Springe

Region lehnt Wiedereinführung des SPR-Kennzeichens ab

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17:25 09.08.2019
Mit dem SPR-Kürzel könnten immer weniger Bürger etwas anfangen, lautet eines der Argumente der Region gegen das alte Kennzeichen. Quelle: Archiv
Springe

Zu viel Aufwand, immer weniger Wiedererkennung, der Regionsidee widersprechend –  und umweltschädlicher: Die Region Hannover hat auf Anfrage der FDP-Fraktion noch einmal ihre Ablehnung zur Rückkehr der 1974 abgeschafften Auto-Kennzeichen SPR (Springe), NRÜ (Neustadt am Rübenberge) und BU (Burgdorf) deutlich gemacht.

Die FDP hatte das Thema vor einigen Wochen nach längerer Pause wieder ins Gespräch gebracht – und damit die eigene ablehnende Position aus dem Jahr 2015 korrigiert. Dabei verwies die Fraktion auch auf die guten Erfahrungen aus anderen Landkreisen. Bundesweit, schätzte Kennzeichenexperte und Hochschulprofessor Ralf Bochert, seien seit der Kennzeichenreform 2012 mehr als drei Millionen Autos mit mehr als 300 zurückgekehrten Altkennzeichen unterwegs.

„Das H unterstreicht die Zusammengehörigkeit der Region“

Auch die Regions-CDU und Springes Bürgermeister Christian Springfeld setzen sich dafür ein, den Wechsel möglich zu machen. Ihr Tenor: Klar gibt es wichtigere Dinge – lasst doch die Bürger entscheiden.

Als Hauptgrund für ihre Ablehnung hatte die Region bisher stets auf die verbindende Wirkung des H-Kennzeichens verwiesen. Diesen Aspekt betont sie nun auch: Das H sei „ein Zeichen der Zusammengehörigkeit und unterstreicht den Regionsgedanken“. Nun das SPR oder die anderen Altkennzeichen wieder einzuführen sei „gegenläufig zu der bisherigen Entwicklung zu einer großen kulturellen Identität der Region Hannover“. Die noch weitergehen soll: Man strebe „die Erweiterung dieser neuen Identität unter Mitwirkung aller Einwohnerinnen und Einwohner an“. Also: gerne mehr Region, weniger einzelne Kommunen. Durch die Altkennzeichen werde „das Einheitsgefühl (...) gehemmt“.

Aufwand beim Wechsel des Kennzeichens

Weiteres Argument: die Bürokratie, die aus Sicht von Experten und den Erfahrungen anderer Landkreise gar keine große Rolle spielt. Aus Sicht der Region stehe der Aufwand „in keinem Verhältnis zum angestrebten Nutzen: Man müsse ein kostenfreies Antragsverfahren bei Land und Bund anschieben, die Software umstellen, die Mitarbeiter schulen (was in dieser Zeit zu einem Personalausfall und Schließungen der Zulassungsstellen führe). Für die Bürger bestehe ebenfalls Aufwand, wenn sie ihr bisheriges Kennzeichen wechseln wollten. Und: „Ferner ist der Kauf neuer Kennzeichenschilder für die Bürgerinnen und Bürger erforderlich.“

Letztes Argument der Region: Es gebe ohnehin immer weniger Bürger, die noch mit den alten Kennzeichen vertraut seien. Unter dem Strich sei „ein einheitliches Unterscheidungszeichen für alle Seiten vorteilhafter (...) als ein ‚Flickenteppich‘ verschiedener Unterscheidungszeichen“, bilanziert die Region. Und die Umwelt? „Ressourcenschonend“ sei das gemeinsame H-Kennzeichen ebenfalls.

In ihrer Anfrage hatte die FDP auch nach Erfahrungen anderer niedersächsischer Landkreise gefragt. Antwort der Region: Ein „Erfahrungsaustausch zwischen den Zulassungsstellen der genannten Landkreise sowie der Region Hannover“ sei „nicht gegeben“. Dies Zeitung hatte zuvor bei den Landkreisen Hildesheim (Altkennzeichen ALF) und Schaumburg (RI) nachgehakt. Dort werden die Kürzel von Zehntausenden genutzt; man verwies auf einen besseren Service durch eine größere Auswahl für den Bürger – etwa bei Wunschkennzeichen.

Landkreise mit Altkennzeichen

Diese niedersächsischen Landkreise haben seit einer entsprechenden Gesetzesänderung 2012 alte Kennzeichen wieder eingeführt:

Landkreis Hildesheim (Kennzeichen HI): ALF (Altkreis Alfeld). 

Landkreis Goslar(GS): BRL (Altkreis Blankenburg in Braunlage) sowie CLZ (Altkreis Landkreis Zellerfeld). 

Landkreis Göttingen(GÖ):

DUD (Altkreis Duderstadt), HMÜ (Altkreis Münden) und OHA (Altkreis Osterode).

Landkreis Aurich(AUR): NOR (Altkreis Norden).

Landkreis Diepholz(DH): Altkreis Grafschaft Hoya (Syke). 

Landkreis Osnabrück(OS): BSB (Altkreis Bersenbrück), MEL (Altkreis Melle), WTL (Altkreis Wittlage).

Landkreis Rotenburg Wümme(ROW): BRV (Altkreis Bremervörde).

Landkreis Schaumburg(SHG): RI (Altkreis Grafschaft Schaumburg/Rinteln).

Von Christian Zett