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Springe Europawahl – Grüne sind auch in Springe die Gewinner des Abends
Umland Springe

Springe: Europawahl – Grüne sind auch in Springe die Gewinner des Abends

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16:32 27.05.2019
Deutlich gestiegene Wahlbeteiligung: Die Wahllokale in Springe, hier die Grundschule Hinter der Burg, waren zeitweise gut besucht. Quelle: Ralf T. Mischer
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Springe

Die Grünen sind klare Gewinner der Europawahl in Springe – Verlierer sind eindeutig CDU und SPD, beide fahren zweistellige Verluste ein. Die CDU erreicht 27 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 23,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 65,4 Prozent und damit deutlich über der bei der Wahl im Jahr 2014, als sich 49,4 Prozent der wahlberechtigten Springer an den Urnen einfanden.

Quelle: Ralf T. Mischer

Grünen-Parteichef Thomas Hüper-Maus kann das Ergebnis zunächst gar nicht fassen – sieht seine Partei aber thematisch im Aufwind: Die jüngsten Fridays-for-Future-Proteste und das Video des Youtubers Rezo hätten gezeigt, dass die Glaubwürdigkeit bei den Themen Klimaschutz und Artenvielfalt eine immer größere Rolle gerade für junge Wähler spiele. Während des Straßenwahlkampfs habe man nur positive Rückmeldungen von Bürgern bekommen, sagt Hüper-Maus. Die Straßenausbaubeiträge und der Ärger darüber hätten für viele wohl auch eine Rolle gespielt – „das hat auch eine große lokalpolitische Komponente“, sagt er. Er sei überzeugt, dass die Grünen bei der Europawahl in Springe vom Unmut der Bürger gegen die von CDU und SPD in Springe beschlossenen wiederkehrenden Beiträge profitierten. Immerhin konnte seine Partei im Vergleich zur Europawahl 2014 12,5 Prozent hinzugewinnen. Man wolle nun weiter gegen die Beiträge kämpfen.

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Stimmt seine Theorie, dass die Ausbaubeiträge eine Rolle für die Wähler spielten, konnte die ebenfalls protestierende FDP nicht in gleichem Maße profitieren: Die Liberalen kommen auf 6,1 Prozent und damit an fünfter Stelle nach der AfD (8,9 Prozent). Damit gelang es der FDP immerhin, ihr Ergebnis im Vergleich zu 2014 um 3,4 Prozent verbessern.

Quelle: Ralf T. Mischer

Klare Verluste muss auch in Springe die SPD hinnehmen; sie landet mit 20,7 Prozent auf dem dritten Rang nach CDU und Grünen – 2014 hatte sie 12,5 Prozent mehr. Verluste haben aber auch die Christdemokraten gemacht: Während ihnen 2014 noch 37,5 Prozent der Wähler ihre Stimme gaben, sinkt die Zahl auf 27 Prozent. Damit muss die CDU nach der SPD die zweitmeisten Verluste hinnehmen.

Die Linke kommt in Springe auf 3,5 Prozent, kann damit ihr Ergebnis aus dem Jahr 2014 halten. Auf 2,4 Prozent kommt in Springe die Satirepartei Die Partei. Die Partei Volt, für die Gestorferin Caroline Flohr kandidierte, erreicht 0,8 Prozent.

SPD liegt nur in Gestorf und Mittelrode vorne

Daraus wurde nichts: Die Lüderser hatten gewettet, die beste Wahlbeteiligung im Stadtgebiet zu erringen. Doch an Alvesrode kommt niemand vorbei. 65,3 Prozent der Bewohner des Dorfs am Saupark gingen wählen. Die Lüderser steigerten sich zwar deutlich von 42,2 auf 54,2 Prozent – doch für einen Platz auf dem Treppchen reicht auch das nicht: Mittelrode (61,7 Prozent), Boitzum (59,3 Prozent) und Völksen (58,1 Prozent) ziehen ebenfalls vorbei. Ganz hinten: die Kernstadt (45,5 Prozent) sowie Alferde (43,5 Prozent).

Wie dramatisch das Abschneiden der SPDauch in Springe ist, zeigen zwei Orte, die eigentlich als rote Hochburgen gelten: In Völksen rutschte die SPD von 35,1 auf 21,3 Prozent – und landete hinter den Grünen (28,3) und der CDU (23,3). Und auch in Lüdersen erreichte die SPD nach 30,6 Prozent im Jahr 2014 nun nur noch schlappe 22,7 Prozent. Verhalten jubeln konnte die SPD nur in Gestorf, wo sie mit 27,2 Prozent auch ihr bestes Ergebnis im Stadtgebiet holte, und in Mittelrode, wo 23 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der Partei machten. In beiden Ortsteilen wurde die SPD damit stärkste Kraft. Ihr Tiefpunkt in Springe: Alferde mit 17 Prozent.

Von Ralf T. Mischer