Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Springe Politiker streiten weiter über Klimapolitik
Umland Springe

Springe: Politiker streiten weiter über Klimapolitik

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:49 04.07.2019
Der Schutz von Flora und Fauna wird auch in Springe diskutiert. Quelle: Sven Hoppe
Springe

Wie dringend ist es mit dem Klimaschutz in Springe? Auch gut eine Woche, nachdem die Grünen im Rat mit dem Versuch scheiterten, umgehend den Klimanotstand auszurufen, beschäftigt das Thema die Politik weiterhin.

Schutz von Fauna und Flora

Wie berichtet, hatten die Grünen einen entsprechenden Antrag eingebracht. Das Ziel: Stadt und Politik symbolisch auf die Dringlichkeit des Themas einzuschwören – und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass beide „künftig bei ihrem Handeln den Belangen des Klimaschutzes und des Schutzes der Fauna und Flora oberste Priorität“ einräumen.

Doch eine deutliche Mehrheit lehnte die von den Grünen erhoffte Dringlichkeit ab – stattdessen soll das Thema nun den geregelten Gang durch die Fachausschüsse gehen und dann gegebenenfalls im Oktober wieder den Rat beschäftigen.

Bei den Verantwortlichen sorgt das für Frust: „Auch die CDU in Springe hat leider noch nicht verstanden, wie ernst es die Bevölkerung bei diesem Thema meint“, sagt Grünen-Vizefraktionschef Thomas Hüper-Maus.

„Beim Klimaschutz vorankommen“

Grünen-Ratsherr Dennis Allerkamp weist den Vorwurf aus den Reihen der CDU zurück, mit dem Thema parteitaktische Ziele zu verfolgen: „Wir möchten, dass dieses wichtige und dringende Thema auch in Springe mit hoher Priorität behandelt wird.“ Ihm persönlich sei „egal, von welcher Partei dazu konkrete Vorschläge kommen – die Hauptsache ist doch, dass wir beim Klimaschutz vorankommen“.

Im Vorfeld hatte es bereits einen intensiven ratsinternen Mail-Austausch rund um den Antrag gegeben: Daraus geht hervor, dass CDU-Fraktionschef Wilfred Nikolay die Pläne der Grünen in dieser Form für „total überzogen“ hält. Statt „langatmigen Grundsatzdebatten“ will Nikolay „über konkrete Maßnahmen für unsere Stadt“ sprechen und Prioritäten eher aus Springes aktueller und künftiger Lage ableiten.

„Menschen haben weiterhin oberste Priorität“

„Für uns sollten auch weiterhin zuerst einmal die Menschen oberste Priorität haben“, schreibt Nikolay. Man könne über Einzelprojekte „immer gerne reden“ – das habe man „ja auch in der Vergangenheit regelmäßig gemacht“. Er lehne es ab, „Anträge, die in politischen Parteizentralen entworfen werden und in taktisch durchschaubarer Weise dann bis in die Kommunen hinuntergereicht werden, zu behandeln“ – der Vorwurf, auf den Allerkamp entsprechend ablehnend reagierte.

Politisch wird der Antrag der Grünen nun nach der Sommerpause behandelt: Der Umweltausschuss trifft sich am Dienstag, 20. August, in der Aula der Grundschule Hinter der Burg.

Von Christian Zett