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Springe Tafel feilt an eigenem Hilfsprojekt für Senioren
Umland Springe

Springe: Tafel will Hilfsprojekt für Senioren attraktiver machen

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20:03 12.05.2019
Uwe Lampe möchte mehr ältere Bürger mit dem Angebot der Tafel erreichen. Quelle: Marita Scheffler
Springe.

Rund 500 Senioren gibt es rechnerisch im Stadtgebiet, deren schmale Rente kaum zum Überleben reicht. Die Essensausgabe der Tafel nutzten allerdings nur sehr wenige von ihnen, bedauert Vereinschef Uwe Lampe. Er möchte daher zusammen mit den Kirchen und der Stadtverwaltung ein maßgeschneidertes Hilfsprojekt für die älteren Bedürftigen entwickeln.

Gutes Zureden hilft nicht

„Wir wissen seit Jahren, dass wir diese Schwachstelle haben“, sagte Lampe bei der Jahresversammlung der Springer Tafel am Wochenende. Obwohl der Kreis der armen Senioren größer geworden sein müsste, nutzten immer weniger von ihnen die Lebensmittelausgabe an der Jägerallee. „Wir erreichen diese Kunden mit gutem Zureden nicht. Wir brauchen Konzepte“, forderte Lampe.

Eine Handvoll Senioren, die in den Ortsteilen wohne und nicht mobil sei, werde von ehrenamtlichen Mitgliedern regelmäßig mit Essbarem versorgt. „Das ist für uns aber schon an der Grenze des Machbaren“, sagt der Vorsitzende. Entweder müsse es gelingen, deutlich mehr Helfer zu rekrutieren, die Fahrdienste übernehmen, oder es müsse Vernetzungen mit der Stadt, den Kirchen oder anderen Hilfsorganisationen geben. Zur Jahresversammlung hatte Lampe deshalb auch Vertreter der örtlichen Kirchengemeinden eingeladen.

Fahrservice könnte helfen

Seine Idee: Springe könnte einen Fahrservice aufbauen, der die bedürftigen Rentner aus der Kernstadt und den Ortsteilen zur Lebensmittelausgabe bringt. Es gebe in Ronnenberg ein ähnliches Modell, das gut laufe. Aus Lampes Sicht könnte mit einem geschickten Konzept sogar die Schließung der Verwaltungsaußenstellen in den Ortsteilen kompensiert werden. Denn natürlich könnten die nicht mobilen Bürger auf einem Weg auch zum Rathaus gebracht werden.

Nach Angaben der Region Hannover wohnen in Springe knapp 4500 Frauen und Männer, die 70 Jahre und älter sind. Statistisch gesehen seien 10 Prozent von ihnen bedürftig, sagt Lampe. Daraus ergibt sich ein Wert von rund 500 Menschen über 65 Jahre, die als arm gelten.

Der Tafel-Verein versorgt 1700 Haushalte – und damit mehr als 4000 Personen – aus dem Stadtgebiet mit Lebensmitteln. Einige kommen jede Woche, andere in größeren Abständen. Die Zahl der Versorgten war im vergangenen Jahr rückläufig (minus 15 Prozent). Damit setzt sich ein Trend fort, den der Vereinsvorstand allerdings nicht auf die gute wirtschaftliche Gesamtlage zurückführt. 80 Prozent der Kunden haben einen Migrationshintergrund.

Von Marita Scheffler