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Springe Wie geht es weiter mit Springes Bädern?
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Springe: Wie geht es weiter mit Springes Bädern?

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18:13 11.07.2019
Wo gibt es Verbesserungsbedarf in den Freibädern? Das soll ein Bäderkonzept aufzeigen. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Springe

Es geht voran in Sachen Bäderkonzept: Zum Auftakt in der vergangenen Woche haben die Stadt und die beauftragte Firma GMF aus Neuried bei München erste Gespräche geführt und Ziele formuliert, sagt Fachbereichsleiterin Hanna Kahle. Gemeinsam mit der Stadt haben sich die Fachleute alle drei Freibäder und das Hallenbad in Springe angesehen.

Empfehlungen für den Weiterbetrieb statt Schließungen

Zuvor hatte die Verwaltung die Betreiber bereits gebeten, der Firma zahlreiche Daten zur Verfügung zu stellen, etwa zu Besucherzahlen, Energieverbrauch, Umsätzen, aber auch Infos zur Größe, Technik und den erfolgten Investitionen der Einrichtung, sagt Kahle. Anhand dieser Daten will das Unternehmen nun den Ist-Zustand ermitteln und die Daten analysieren. „Am Ende soll ein Soll-Konzept entstehen.“ Darin enthalten: Ganz klare Empfehlungen zu einem erfolgreichen Weiterbetrieb der Bäder – und nicht etwa der Vorschlag, einzelne Bäder zu schließen, betont Kahle.

In einer Ausschreibung hatte GMF den Auftrag für das Erstellen des Konzeptes gewonnen. Noch in diesem Jahr sollen die Ergebnisse vorliegen – das Konzept soll laut Kahle bis Ende des Jahres fertig sein. „Alle Betreiber haben mitgearbeitet und Infos geliefert, aber auch vor Ort die Gespräche geführt und Anfragen beantwortet“, so Kahle.

Konzept kostet 30.000 Euro – ohne Fördergelder

30.000 Euro soll das Konzept kosten – bezahlt wird es von der Stadt selbst, nachdem mehrere Versuche, Fördergelder für die Erstellung einzuwerben, scheiterten. Wenn die Ergebnisse vorliegen, soll die Politik in die Beratungen einbezogen werden.

Mit Spannung wird das Konzept von den Waldbad-Betreibern erwartet. In Altenhagen stand nicht nur der Saisonstart im Mai auf der Kippe, sondern auch der generelle Weiterbetrieb. Wie berichtet, fordert das zuständige Gesundheitsamt der Region unter anderem eine Chloranlage und eine Umwälzpumpe für das Waldbad. Kurzfristig erteilte die Region dem Trägerverein dann doch noch eine Genehmigung – unter strengen Auflagen. Zum Beispiel muss in das Becken den ganzen Tag über dauerhaft frisches Wasser eingeleitet werden. „Wir müssen das Konzept jetzt abwarten“, sagt Vereinschef Klaus Meyer.

Viele Komplimente für die Pläne, aber Skepsis vor der Umsetzung

Auch Bennigsens Freibadchefin Martina Riemer begrüßt die Pläne. „Ich finde es gut, dass die Bäder von neutraler Seite mal begutachtet werden, manchmal ist man ja betriebsblind.“ Etwas skeptisch ist sie aber, wenn es an die Umsetzung gehen soll. Immerhin koste jede Maßnahme zur Verbesserung des Betriebs Geld. „Da muss man also erst einmal sehen, was dabei herauskommt und was machbar ist. Der Sinn erschließt sich mir noch nicht so ganz.“ Offen sei aus ihrer Sicht, wie bindend die Vorschläge der Fachfirma sein werden. Immerhin: „Es heißt ja, Ziel sollen Maßnahmen zur Verbesserung sein und keine Schließung einzelner Bäder.“

Der Eldagser Freibadverein begrüßt das Konzept ausdrücklich: „Das ist eine gute Sache und meiner Meinung nach zielführend“, sagt der Vorsitzende Wolfram Feuerhake. Ganzheitlich einen Blick auf die Bäder zu werfen, sei sinnvoll. „Man kann vielleicht auch voneinander lernen.“

Dass das Bennigser Lehrschwimmbecken nicht auf der Liste der GMF steht, sorgte im Mai für Irritationen im Bauausschuss – schließlich ist es ebenfalls sanierungsbedürftig. Doch das Fehlen hat auch einen Grund: Anders als die anderen Bäder sei das Lehrschwimmbecken keine öffentliche Einrichtung, es wird also kein Eintritt gezahlt, so Kahle. Nutzer sind Schulen und Vereine.

Von Saskia Helmbrecht