Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Springe Springer kochen klimabewusst
Umland Springe

Springer kochen fürs Klima

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:59 21.05.2019
Probieren Rezepte, die auch dem Klima schmecken: Kursleiterin Katrin Jahn-Rantzau (links hinten) mit Jacob (12, von links), seiner Mutter Natalie Bani Ardalan, Mia (12) und ihrer Mutter Hanna Springfeld und einer Menge frischer, regionaler Zutaten. Quelle: Anne Brinkmann-Thies
Springe

Es duftet nach frischen Kräutern und aromatischen Gewürzen: In der Küche des Schulzentrums Süd bereiten 15 Teilnehmer ein Menü zu, dessen Zutaten es in sich haben. Die sind nämlich regional erzeugt und saisonal geerntet worden.

Zum ersten Mal hatte Katrin Jahn-Rantzau von der Arbeitsgruppe Klimaschutz der Grünen in Springe zum Klimakochen eingeladen. Das Angebot nahmen Kochfans zwischen zwölf und 67 Jahren wahr, die Begeisterung war groß.

Seite an Seite schnippeln und rühren die beiden jüngsten Teilnehmer Jacob und Mia (beide zwölf) Kohlrabi und Kartoffeln für ein Cremesüppchen. „Ich finde, dass man auch beim Kochen etwas für die Umwelt tun kann mit mehr regionalen und saisonalen Zutaten und mit weniger Fleisch“, sagt Jacob, der mit seiner Mutter Natalie Bani Ardalan, der Grünen-Ortsverbandsvorsitzenden, gekommen ist.

Sie bereitet gemeinsam mit Hanna Springfeld einen Salat mit Mairübchen, Blattsalat und Möhren vor. „Die Rezepte sind toll“, freut sich die Bennigserin darauf, den familiären Speisezettel künftig um klimafreundliche Gerichte bereichern zu können. Denn: „Wir wollen weniger Fleisch essen“, so die Mutter von vier Kindern. Ihre älteste Tochter Mia begleitet sie: „Ich koche zu Hause auch gerne. Wenn das dann auch noch gut für die Umwelt ist, ist es doch gleich doppelt gut“, findet sie.

Frisches aus der Region

Bevor sich die Klimaköche an die Vorbereitung des viergängigen Menüs machen, erzählt Jahn-Rantzau Wissenswertes übers Erzeugen und Emissionen. Klimafreundlich zu kochen bedeute, frische Produkte aus der Region zu verwenden – und das zu nutzen, was passend zur Jahreszeit wächst. Heimisches Gemüse, zur Erntezeit gekauft, habe kaum Einfluss auf die persönliche CO2 -Bilanz – anders ist das bei Milchprodukten, besonders bei Butter oder bei Fleisch.

Auf Fleisch verzichtet

Und so gibt es beim ersten Klimakochen unter anderem Kohlrabi aus der Deisterstadt, Porree aus Sehnde und Mohrrüben aus Isernhagen. Auf Fleisch verzichtet die Agraringenieurin, die als Bildungsreferentin in Hannover regelmäßig Klimakochen anbietet, bei der Menüzusammenstellung komplett.

Das ist ganz im Sinne von Irma Dangers, die mit ihrem Mann Hans an dem Angebot teilnimmt: Sie wolle künftig vermehrt Vegetarisches servieren und sei froh über leckere Anregungen. „Es ist auch sehr nett und kreativ, gemeinsam zu kochen", findet sie. Ihr Mann Hans rührt derweil gemeinsam mit der Zehntklässlerin Maja Maus Möhren und Porree für ein Linsen-Dal. Die Jugendliche erzählt, dass sie seit einiger Zeit auch auf den Klima-Demos Fridays for Future aktiv ist. Sich vegetarisch zu ernähren, sei dann nur folgerichtig. Das findet auch Sophie Müller, ebenfalls Zehntklässlerin. Seit einem Jahr verzichtet sie auf Fleisch wegen der Tierhaltung, aber auch aus ökologischen Erwägungen.

Speisen bewusster zubereiten

Und so eint diese Kochgruppe aus jungen und etwas älteren Kochbegeisterten der Wunsch, Speisen bewusster zuzubereiten und damit ihren ganz persönlichen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten.

Über die gute Resonanz des Angebots – der Kurs war ausgebucht – freut sich nicht zuletzt Jahn-Rantzau: „Ich kann mir gut vorstellen, so ein Klimakochen einmal pro Saison anzubieten“, sagt die Springerin.

Dann zu einer anderen Jahreszeit – aber ganz sicher wieder mit Produkten aus der Region.

Von Anne Brinkmann-Thies