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Springe Springerin hilft jeden Heiligabend in der Diakonie-Weihnachtsstube
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Springerin feiert jeden Heiligabend in der Weihnachtsstube der Diakonie

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18:55 22.12.2019
Angelika Massing verteilt 2017 in der Weihnachtsstube in Hannover Stollen an die zahlreichen Besucher. Quelle: Alexander Körner
Springe

Es ist das Fest der Liebe – und Nächstenliebe. Und gerade an Weihnachten sollte niemand alleine sein, davon ist Angelika Massing aus Springe überzeugt. Seit fast 20 Jahren organisiert die 68-Jährige für die Diakonie in Hannover eine Weihnachtsstube: „Wir sind wie eine große Familie.“

Alle Springer sind eingeladen

Heiligabend finden 115 Gäste Platz bei der Diakonie an der Burgstraße in Hannover; damit ist es die größte Weihnachtsstube in der Landeshauptstadt. „Jeder darf kommen“, sagt Massing und lädt ausdrücklich auch Springer zu dem Treffen ein. Seit 2000 ist sie im Helferteam dabei, plant den Nachmittag, deckt die Tische festlich ein und packt fleißig Geschenke ein. Denn die Besucher bekommen zum Abschluss eine Tüte. Darin: zum Beispiel Kekse von den Bäckereien, aber auch ein Gutschein für das Fair-Kaufhaus. Bereits ab Mittag stünden die Besucher vor den Türen Schlange, um sich einen Platz zu sichern, sagt Massing.

Viele Obdachlose und Alleinstehende

Los geht es um 15 Uhr. Grundsätzlich richtet sich das Angebot an alle Interessierten, die Heiligabend ein paar Stunden in Gesellschaft verbringen möchten. Es kommen aber auch viele Menschen, die obdachlos sind, die kein Geld haben, und Alleinstehende.

Eine Anmeldung ist bewusst nicht erforderlich. Es wird gemeinsam gesungen, Geschichten vorgelesen und gegessen. Und natürlich gibt es Würstchen und Kartoffelsalat. Die Kekse auf den Tischen werden von Helfern der Diakonie selbst gebacken. Für Musik sorgt eine Gruppe des Posaunenchors aus Hannover. Außerdem steht eine Andacht mit Pastor Rainer Müller-Brandes auf dem Programm. Insgesamt drei Stunden dauert die Veranstaltung.

„Riesengroße Helferfamilie“

„Wir sind hier zusammen alt geworden“, sagt die Springerin. „Es gibt eine riesengroße Helferfamilie, einen harten Kern, der schon viele Jahre dabei ist.“ Acht Tage vor dem 24. Dezember treffen sich die Freiwilligen, um die letzten Feinheiten zu besprechen und sich abzustimmen. Eine Tochter von Massing wohnt in Hamburg und reist für die Feiertage in ihre Heimat. Auch für sie gehört es dazu, Heiligabend in der Weihnachtsstube zu verbringen. Massing selbst wurde über einen  Aufruf im Radio auf die Aktion aufmerksam und entschied darauf für sich: Genau da möchte sie Weihnachten sein und helfen. „Es ist hier das dankbarste Publikum, das man finden kann“, sagte sie vor zwei Jahren, während sie Stollen an die Besucher verteilte.

Aktion in Springe

Auch in Springe muss niemand allein am Weihnachtsbaum sitzen: Helga Böker lädt alle Interessierten Heiligabend um 16 Uhr in das St.-Andreas-Gemeindehaus ein. Die Veranstaltung endet gegen 21.30 Uhr.

Von Saskia Helmbrecht