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Spurensuche in Bennigsen: Wer kennt Friedrich Arbé

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19:42 26.05.2019
Jörg Niemetz liest den Brief einer Amerikanerin, die nach Erinnerungen ihres Onkels Friedrich Arbé sucht.      Quelle: Brinkmann-Thies
Bennigsen

 Ungewöhnliche Post hat jetzt Bennigsens Ortsbürgermeister Jörg Niemetz erreicht: Die US-Amerikanerin Daryl Goss aus dem Ort Chalfont in Pennsylvania ist auf familiärer Spurensuche: Ihre Familie hat viele Jahre im Süllbergort gelebt, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg ausgewandert ist. Nun versucht sie, Informationen, Bilder oder andere Erinnerungen über ihren Onkel Friedrich Arbé in Erfahrung zu bringen, der im Zweiten Weltkrieg über Sharkow in der heutigen Ukraine abgeschossen wurde.

Erben gehört ein Stückchen Land

In der jüngsten Ortsratssitzung hat Niemetz das Anliegen der Amerikanerin vorgestellt – und mit dem Realverbandsvorsitzenden Karl-Heinz Rokahr, der unter den Zuhörern war, auch gleich jemanden gefunden, der den Name Arbé kannte. Es habe in Bennigsen einen sogenannten Vollkötner namens August Arbé gegeben, dem ein Grabenabschnitt von etwa 100 Quadratmetern gehörte. Den Erben der ausgewanderten Familie gehöre dieses Stückchen Land noch immer, sie wissen es wahrscheinlich nur nicht.

Rokahr will sich nun mit der Familie in Verbindung setzen, nachdem er einen Kontakt hat. Es sei die Familie ihrer Mutter, die aus Bennigsen stamme, schreibt Goss in ihrem Brief an den „Mayor Niemetz“, den Bürgermeister Niemetz also. Sie versuche, die Erinnerung an ihre Familie für ihre beiden Söhne und andere Familienmitglieder lebendig zu halten. Und ebenso das Gedenken an jene Opfer, die Männer und Frauen während des Krieges für Deutschland gebracht hätten.

Autowerkstatt im Ort

Die Amerikanerin weiß von dem deutschen Teil ihrer Familiengeschichte noch, dass bei ihren Urgroßeltern Bruno und Erna Arbé das Porträt ihres Sohns Friedrich in ihrem Haus im Flur hing, sodass der Onkel auch nach seinem Tod noch für die ganze Familie präsent war. Über die Kriegszeiten selbst sei aber in der Familie wenig gesprochen worden. Geplant war, soviel weiß Goss, dass Friedrich die Autowerkstatt in Bennigsen an der Hauptstraße 22 übernehmen sollte. Sein Vater Bruno hatte die Werkstatt viele Jahrzehnte betrieben.

Die Nichte aus Pennsylvania möchte möglichst noch mehr über den im Krieg gefallenen Onkel wissen – auch, um dieses Wissen an ihre Söhne weitergeben zu können.

Mit Hilfe des Deutschen Volksbunds hat sie vor einigen Jahren bereits herausgefunden, dass die sterblichen Überreste von Friedrich Arbé in Sharkov in der heutigen Ukraine begraben liegen. Arbé wurde dort mit drei anderen Besatzungsmitgliedern seiner JU-88 getötet. Ursprünglich wurden die gefallenen Soldaten neben einem Flugfeld im Norden von Sharkow begraben. Später wurden die Überreste auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Sharkow beerdigt. Goss ist ebenso wie ihre Großmutter, die Schwester von Friedrich, froh zu wissen, wo er begraben ist. Und dass seine Grabstätte gepflegt wird.

Wenn jemand sich an Friedrich Arbé erinnern kann oder aus Erzählungen etwas weiß, so kann er sich unter Telefon (0 15 20) 3 70 75 95 oder per E-Mail an Ortsbürgermeister Niemetz wenden unter joerg.niemetz@freenet.de

 

 

 

Von Anne Brinkmann-Thies