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Springe Stadtwerke investieren trotz sinkendem Überschuss
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Stadtwerke investieren trotz geringerem Überschuss

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17:34 27.06.2019
Die Stadtwerke haben viel vor: Der Bau eines neuen Betriebshofes, die Übernahme des Gasnetzes und die Kooperation mit dem Wasserversorger Purena stehen auf der Agenda des Unternehmens. Quelle: Ralf T.Mischer
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Springe

Die Stadtwerke Springe haben im vergangenen Jahr einen deutlich geringeren Überschuss erwirtschaftet: Am Ende blieben 803 000 Euro übrig – 2017 waren es noch 2,2 Millionen. Grund laut Unternehmen: 2017 habe man von der Einigung im Streit mit der Avacon um das Stromnetz profitiert. Zuvor hatten die Stadtwerke für den Prozess stets große Rücklagen bilden können. Weil die Stadtwerke aus dem Vorjahr noch einen nicht verwendeten Gewinn von 2,1 Millionen Euro übrig hatten, steht unter dem Strich ein Gewinn von knapp 3 Millionen Euro. Die Stadt als größter Gesellschafter bekommt davon nichts: Um die Stadtwerke für anstehende Aufgaben zu rüsten, will man frühestens im Jahr 2022 das erste Mal einen Anteil für die Stadtkasse abzweigen. Unter dem Strich stehen die Stadtwerke gut da: Geschäftsführer Marcus Diekmann zeigte sich bei der Vorstellung der Bilanz „sehr zufrieden“. Für das laufende Jahr wird jedoch ein noch geringerer Überschuss erwartet, da die Revision der Blockheizkraftwerke ansteht.

40 Millionen Euro werden investiert

Investiert wird dennoch: Bis 2021 wollen die Stadtwerke seit dem vergangenen Jahr 40 Millionen Euro in den Standort Springe stecken – mit dem Geld sollen unter anderem der Gasnetz-Kauf finanziert werden. Allein 14,8 Millionen Euro werden fällig, wenn man Ende 2019 das Gasnetz von Avacon übernimmt. Auch ins Wassergeschäft sind die Stadtwerke eingestiegen: Sie betreuen die Springer Kunden, während sich Purena um die Technik und das Netz kümmert.

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Zunächst steht der Bau des Betriebshofes an: Bei dem Neubau hat der Versorger aber an einigen Stellen sparen müssen, sagt Geschäftsführer Marcus Diekmannt. Weil die Kosten im Baubereich derzeit extrem hoch seien, habe sich das Unternehmen etwa für eine vereinfachte Außenkonstruktion entschieden – auch bei der geplanten Lagerlage wollen die Stadtwerke Abstriche machen. „Alle Hauptgewerke sind mittlerweile beauftragt“, so Diekmann. Allein 7,4 Millionen Euro sollen das neue Verwaltungsgebäude, die Lagerhalle und die Erschließung des Grundstücks kosten.

Budget wird für den Bau des zweiten Obergeschosses aufgestockt

Dass die Stadtwerke das Budget aufgestockt haben, liege daran, dass das zweite Obergeschoss nun doch gleich mitgebaut wird. Ursprünglich sollte das Geschoss nur als Rohbau stehen und erst bei Bedarf ausgebaut werden. „Die Ausschreibung hat aber gezeigt, dass es sich nicht lohnt, den Ausbau zurückzustellen.“ Heißt: In dem höheren Budget ist der Bau der zusätzlichen Etage enthalten. „Am Konzept selbst haben wir aber festgehalten“, betont Diekmann. Wichtig war ihm vor allem die geplante Holzfassade, um bewusst auch nach außen auf regenerative Energieträger zu setzen.

Derzeit arbeiten an drei Standorten 26 Mitarbeiter, die ab Frühjahr 2020 in den Neubau einziehen werden. Gleichzeitig sollen dort auch Mitarbeiter des Wasserversorgers Purena ihr neues Domizil erhalten. Dort betreuen die Stadtwerke die Kunden, während sich Purena um die Technik kümmert.

Gasnetz wird von der Avacon übernommen

Zudem wird das Unternehmen ab dem 1. Januar den Betrieb des Gasnetzes übernehmen. Für die Kunden soll sich trotz der Übernahme aber nichts ändern, betont Diekmann. Lediglich die Zähler würden von Stadtwerke-Mitarbeitern künftig abgelesen – und es wird eine neue Telefonnummer für Störungen geben. „Je mehr Standbeine wir haben, desto fester der Stand.“ Insgesamt 19 000 Verträge im Strom- und Gasbereich wurden mit den Stadtwerken geschlossen. „Jedes Jahr wächst die Zahl um etwa 1000 neue Verträge, und wir gewinnen auch aus dem regionalen Umland Kunden dazu“, so Diekmann.

Anzahl der Fernwärme-Anschlüsse steigt

Für die Fernwärme haben die Stadtwerke bislang rund 90 Hausanschlüsse verlegt. „Die reine Zahl der Verträge ist dabei gar nicht aussagekräftig, sondern die Anschlussleistung“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Immerhin sei es ein Unterschied, ob ein Wohnhaus über Fernwärme versorgt werde oder eine große Industriefirma. Mit der Zahl liege man aber über den Erwartungen.

Mit der Erstellung der Quartierskonzepte, also Energiekonzepten, könnten außerdem kostenlose Beratungen angeboten werden.

Von Saskia Helmbrecht und Christian Zett

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