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Springe Wer in Springe Obst vom Straßenrand pflücken will, sollte sich vorher informieren
Umland Springe

Städtisches Obst darf in Maßen gepflückt werden

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14:17 30.09.2019
Sehen lecker aus: Zwei Äpfel und eine Birne sind zum Anbeißen – doch darf man das einfach so? Auch Bäume am Straßenrand gehören jemandem, in Springe und Eldagsen sind es unter anderem die Stadt und der Realverband. Hier gilt: Pflücken ist in Maßen durchaus in Ordnung. Quelle: Foto
Springe

Die Früchte eines Baumes gehören immer dem Grundstückseigentümer, auf dem der Baum wächst. Steht ein Baum am Straßenrand, gehört er in der Regel der Stadt, dem Kreis oder einem Realverband.

Grundsätzlich sei es kein Problem, Obst für den Eigenbedarf von den städtischen Bäumen zu pflücken, sagt Fachbereichsleiter Karsten Kohlmeyer. In Eldagsen zum Beispiel, wo der Realverband im Besitz zahlreicher Bäume ist, sei laut Kohlmeyer Pflücken sogar grundsätzlich erwünscht. „Auf dem Sichterweg, sowie im Bereich um Jaspers Bank westlich des Neubaugebiets Klosterstraße wachsen viele Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen. Wir handhaben es so, dass die Apfelbäume zum Allgemeingut zählen. Das bedeutet, dass jeder verzehrbare Mengen pflücken darf". Das heißt: Äpfel pflücken für den Apfelkuchen ist in Ordnung, nicht aber für den Marktstand.

Etliche Standorte

Wo welche Bäume zu finden sind, weiß auch Helmut Schorsch vom Betriebshof Springe. „Äpfel, Zwetschgen, Mirabellen und Birnen finden Sie am Neuen Friedhof in Springe, am Ende der Heinrich-Göbel-Straße. Dort befindet sich eine Art Laube.“ Und auch nahe des Waldfriedhofs in der Hannoverschen Straße wachsen Zwetschgen. „Außerdem haben wir dort einige Esskastanien gepflanzt. Diese werden aber erst in zehn Jahren Früchte tragen.“ Mehrere Obstbäume befänden gäbe es zudem In den Ellern sowie in Dahle an der Durchgangsstraße: „Dort finden Sie rechts und links Apfel- und Birnenbäume. Sie gehören dem Realverband.“

Auch Springes Ortsteile sind reich am frei pflückbaren Obst. In Altenhagen I auf dem Weg zum Freibad stünden laut Schorsch mehrere städtische Obstbäume, in Völksen wird man hingegen in der Straße In der Ahnt fündig.

Grundsätzlich gilt: Der Garten des Nachbarn ist tabu, denn wer Früchte von Privatgrundstücken pflücken will, braucht die Erlaubnis des Besitzers. „Mundraub ist aus zivilrechtlicher Perspektive nicht strafbar“, erläutert Kohlmeyer. Dieser Strafbestand, der einst die Unterschlagung von Nahrung in unbedeutenden Mengen bezeichnete, wurde 1975 abgeschafft. Aber auch heute kann man sich nicht ohne Weiteres in fremden Gärten bedienen, denn nach geltendem Recht handelt es sich hierbei um Diebstahl – auch, wenn der nur auf Strafantrag verfolgt wird.

Kräuter, Beeren und Bärlauch

Wie aber verhält es sich mit Strauchobst, wie zum Beispiel den Brombeeren, oder Kräutern wie Bärlauch? Auch hier dürfe nicht in gewerblichen Mengen gepflückt werden, weiß Kohlmeyer. „Sonst kann es passieren, dass Sie ganz schnell Probleme mit der Naturschutzbehörde bekommen.“ Damit die Hobby-Obstpflücker noch in vielen Jahren sich an Früchten erfreuen können, dürften die Bäume nicht zerstört werden, sagt Schorsch: „Sie dürfen keine Äste abschneiden, um einfacher an das Obst zu kommen, sondern nur pflücken.“

Von Patricia Szabo