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Springe Südlink-Trasse soll durch Springe führen
Umland Springe Südlink-Trasse soll durch Springe führen
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19:58 21.02.2019
Springe

Kehrtwende bei Tennet: War vor zwei Jahren die Variante östlich von Hannover – nahe Burgdorf und Uetze – der Favorit, soll die Stromautobahn Südlink nun doch durch Springe führen. Das hat der Netzbetreiber gejetzt mitgeteilt. Demnach soll die Trasse über Bennigsen und Eldagsen durchs Stadtgebiet von Springe Richtung Hildesheim führen.

Eine richtige Kehrtwende sei das aber nicht, sagt Tennet-Sprecher Mathias Fischer im Gespräch mit dieser Zeitung. Denn eine richtige Entscheidung sei vor zwei Jahren noch gar nicht getroffen worden. Tennet sei damals „nicht glücklich“ gewesen, zu einem so frühen Zeitpunkt schon eine Variante vorschlagen zu müssen. „Da wurden zu früh Dinge abverlangt“, sagt Fischer. „Als wir aufgrund der gesetzlichen Vorgaben eine Variante benennen mussten, hatten wir gerade einmal 50 Kriterien abgearbeitet. Jetzt sind es 150 Kriterien, die wir mit der Lupe genau untersucht haben.“

Tennet: Vorschlag für Variante der Trasse war zu früh gefordert

Ergebnis: Die zunächst erwarteten Hürden im westlichen Teil der Region Hannover könnten einfacher überwunden werden als in der zunächst bevorzugten Variante. „Wir haben uns jetzt für den für Mensch und Natur verträglichsten und bestmöglichen Trassenverlauf entschieden“, betont Fischer.

Der Plan wird jetzt der Bundesnetzagentur vorgelegt, die den Verlauf genehmigen soll. Eine Entscheidung werde bis Ende des Jahres erwartet, erläutert Fischer. „Wir brauchen jetzt einen schnellen Fortschritt und dürfen nicht mehr ans Grundsätzliche gehen.“ In einem weiteren Schritt sollen Bürger die Möglichkeit bekommen, Einwände gegen das Vorhaben zu äußern.

Im Vorfeld wurden schon Vertreter der einzelnen betroffenen Städte über die Pläne informiert, wie Fischer mitteilt. An der Info-Veranstaltung in Hildesheim nahmen auch Vertreter der Stadt Springe teil.

Vertreter der betroffenen Städte von Netzbetreiber Tennet über Trassenverlauf des Südlinks informiert

„Wir hoffen auf Akzeptanz, immerhin betrifft die Energiewende ganz Deutschland und die stößt auf eine große demokratische Mehrheit“, sagt der Tennet-Sprecher. Ziel sei es, im Jahr 2025 mit dem Bau der Stromtrasse fertig zu sein. Noch könnten aber Klagen gegen die Pläne auf den Betreiber zukommen – und das würde Tennet in der Zeitplanung zurückwerfen. „Aber wir hoffen, dass sich alle auf das Positive besinnen“, ergänzt der Sprecher. Ab Ende April sollen für die Bürger in ganz Niedersachsen Informationsveranstaltungen stattfinden.

Bei der Stadt Springe herrschte zunächst einmal Verblüffung über die neue Entwicklung: „Uns ist hier alles aus dem Gesicht gefallen“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Er hatte sich den ganzen Tag über mit seinen Amtskollegen in weiteren betroffenen Regionskommunen über die neue Nachricht ausgetauscht. Ihm sei klar, dass „der Südlink irgendwo gebaut werden muss“, sagt Springfeld. Trotzdem werde man alle Möglichkeiten nutzen, um im weiteren Verfahren die eigene Position darzulegen.

Grundstückseigentümer werden für Südlink-Bau entschädigt

Baufachbereichsleiter Jörg Klostermann sieht die Lage vorerst gelassen. Die inzwischen gewählte Verlegung der Kabel unter die Erde sei zwar deutlich teurer, für das Landschaftsbild aber angenehmer, sagt er. „Außerdem werden die betroffenen Grundstückseigentümer entschädigt – und nicht in ihrer Nutzung eingeschränkt. Die Kabel liegen so tief, dass etwa Landwirte einfach drüberpflügen können.“

Das bestätigt auch Unternehmenssprecher Fischer. Dort, wo bereits Kabel liegen, etwa durch Offshore-Netzanbindungen, gebe es keine Beeinträchtigungen für Landwirte. „Sollte es im Einzelfall doch zu Ertragseinbußen kommen, werden wir Entschädigungen zahlen“, kündigt Fischer an.

Trasse ist im Sinne der Energiewende

Grundsätzlich begrüßt Baufachbereichsleiter Klostermann, dass es nun konkreter wird. „Man hat den Bedarf erkannt – und jetzt ist es im Sinne der Energiewende Zeit, das Projekt auch endlich umzusetzen“, sagt er.

Die von Netzbetreiber Tennet bevorzugte Südlink-Trasse im Bereich Springe: Sie führt zwischen Steinkrug und Bennigsen am Deister vorbei parallel zur Bundesstraße 217, schwenkt vor Völksen in Richtung Mittelrode und Gut Bockerode, verläuft dann östlich von Eldagsen, vorbei an Alferde und Holtensen und verlässt dort schließlich das Stadtgebiet in Richtung B 3.

Von Christian Zett

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