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Springe Unternehmen melden weniger Ausbildungsstellen an
Umland Springe Unternehmen melden weniger Ausbildungsstellen an
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20:05 28.03.2019
Dem Jobcenter Springe sind in diesem Jahr lediglich 36 Stellen gemeldet worden – das sind 33 weniger als im Jahr zuvor. Quelle: Ralf T. Mischer
Springe

Die Zahl der Ausbildungsplätze ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Das geht aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Demnach werden 2019 bis zu 47 Prozent weniger Lehrstellen angeboten als ein Jahr zuvor, wie Pressesprecher Holger Habenicht berichtet. Er gibt aber Entwarnung und glaubt, dass viele Unternehmen freie Ausbildungsstellen nicht an die Behörde melden – weil sie fürchten, dass sie ohnehin nicht besetzt werden können. Die Arbeitsagentur hofft, dass im Laufe des Jahres viele Stellen nachgemeldet werden.

Rückgang um 47 Prozent bei freien Ausbildungsstellen im Jobventer gemeldet

Laut der jüngsten Statistik haben Unternehmen in Springe der Arbeitsagentur 36 freie Stellen gemeldet – das sind 33 Stellen weniger, als vor einem Jahr und entspricht einem Rückgang um 47 Prozent. Auf diese Stellen kommen 126 gemeldete Bewerber, das sind 15 mehr als zur gleichen Zeit vor einem Jahr.

Dieses Ungleichgewicht an Stellen und Bewerbern ist aber nur auf den ersten Blick dermaßen drastisch. Denn viele Bewerber orientieren sich ohnehin nach Hannover, Hameln oder ins Umland, weiß Habenicht. Wer in Springe bleiben möchte, muss sich auf die Stellen konzentrieren, die am Deister angeboten werden. Das sind Ausbildungsstellen im Bereich der Produktion und Fertigung (elf), kaufmännische und Dienstleistungs-Berufe (neun) und Lehrstellen im Bereich der Buchhaltung, Unternehmensorganisation, Recht und Verwaltung (drei).

Die beliebteste der von der Arbeitsagentur klassifizierten Berufsbereiche ist der Bereich der kaufmännischen Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus, gefolgt von Berufen in der Produktion, Rohstoffgewinnung und Fertigung.

Keine passenden Bewerber

Der Rückgang der Ausbildungsstellen in Springe ist vor dem Hintergrund bemerkenswert, dass die Unternehmen selbst betonen, dass es immer schwerer werde, Stellen zu besetzen. Laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer konnten Betriebe im Jahr 2017 34 Prozent der freien Stellen nicht mit passenden Bewerbern besetzen.

Trend zu frei bleibenden Ausbildungsstellen verstetigt sich

Der Trend, dass Stellen frei bleiben, verstetigt sich in der Region Hannover seit dem Jahr 2007. Damals gaben aber lediglich 15 Prozent der Unternehmen an, dass sie einen Aubildungsplatz nicht besetzt konnten. Diese Zahl ist allerdings Jahr für Jahr stetig angestiegen. Bemerkenswert sind die Gründe, die die Arbeitgeber dafür anführen, dass sie eine Stelle nicht besetzen: 70 Prozent gaben in der Umfrage an, dass keine geeigneten Bewerbungen vorlägen, in 20 Prozent der Fälle wurden die Stellen laut der Umfrage von den Auszubildenden nicht angetreten. In immerhin 26 Prozent der Fälle sind laut Erhebung keine Bewerbungen eingegangen.

Ausbildungsmarkt läuft noch bis Ende September

Wo sich niemand bewirbt, da könnten die Unternehmen schon mal die Lust verlieren, Stellen überhaupt an die Arbeitsagentur zu melden, glaubt Habenicht. Dann allerdings wird sich erst recht niemand bewerben. Zeit wäre noch: Der Ausbildungsmarkt läuft bis Ende September.

Von Ralf T. Mischer