Wie das Wisentgehege in Springe Corona trotzt
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Wie das Wisentgehege in Springe Corona trotzt

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13:23 23.11.2020
Einer der schönsten Hauptdarsteller des Wisentgeheges: Elch „Gustav“ marschiert durch einen Teich.
Einer der schönsten Hauptdarsteller des Wisentgeheges: Elch „Gustav“ marschiert durch einen Teich. Quelle: Foto
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Eigentlich ging es um Zahlen: Das Wisentgehege wurde vom Landesrechnungshof für vermeintlich zu hohe Kosten gerügt. Deshalb wollte Wisentgehege-Chef Thomas Hennig dafür sorgen, dass die Zahlen besser werden, ein Konzept stand, alles war auf dem Weg. Nun geht es aber nicht mehr um die Zahlen, sondern um das Virus. Und das Wisentgehege ist dicht. Wie wirkt sich das auf den Kostenplan der Wildgehegemacher aus?

Als Freizeitgestaltung erlaubt

„Wir müssen Ende des Jahres schauen, wie wir dastehen“, sagt Wisentgehege-Leiter Hennig. Das Ausbleiben der Besucher konnte natürlich niemand vorausahnen, es wirkt sich aber natürlich negativ auf die Einnahmen des Wisentgeheges aus. Anlass zur Hoffnung gibt es allerdings. „Nach dem ersten Lockdown waren viele Besucher da“, sagt Hennig. Die hätten das Wisentgehege als nette – und erlaubte – Möglichkeit der Freizeitgestaltung wahrgenommen und genutzt.

Sollten Wildparks und Zoos im Dezember wieder öffnen dürfen, könnte das, so hofft Hennig, auch für den letzten Monat des Jahres gelten. Immerhin fielen etwa Weihnachtsmärkte als Freizeitaktivität weg, womöglich wäre ein Ausflug in den Wildpark ein Freizeitrenner.

Auch wenn das Wisentgehege im Dezember geschlossen bleiben muss, könnte der Monat auf der Einnahmenseite stabil bleiben. Denn traditionell werden dann die Jahreskarten verkauft. Allerdings stehe noch nicht fest, ob die Gutscheine vor Ort verkauft werden dürften, wenn der Teil-Lockdown auch im Dezember weiter gilt. Alternativ könnten die aber auch online gekauft werden.

„Dass wir jetzt im November schließen mussten, ist hochbedauerlich, zumal Zoos in anderen Bundesländern öffnen dürfen“, sagt Hennig. Sollten die Einnahmen zum Ende des Jahres nicht einbrechen, „wäre das immer noch ein gutes Jahr für uns“, schätzt der Wisentgehegeleiter. Abgerechnet wird, wie immer, zum Schluss. Zuletzt hatte der Wildpark am Deister stets Rekordbesucherzahlen vermelden können.

Rüge des Landesrechnungshofes

Der Landesrechnungshof hatte vor zwei Jahren gerügt, Zuschüsse aus Steuergeldern für den Wildpark seien mit rund 600 000 Euro im Jahr zu hoch. Ein Gegensteuern sei nicht erkennbar. Das warfen die Prüfer dem Wisentgehege vor.

Für dieses Jahr allerdings hat das Land unabhängig davon bereits angekündigt, Zoos und Tierparks wegen der Corona-Folgen mit maximal 800 000 Euro pro Einrichtung unterstützen zu wollen.

Von Ralf T. Mischer