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Wisentgehege will Minus senken

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18:10 08.08.2019
Der Eingang des Wisentgeheges: Der Wildpark will seine Besucherzahl auf gut 200 000 erhöhen. Quelle: Foto: Ralf T. Mischer
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Die Forderung war deutlich: Das wirtschaftliche Ergebnis des Wisentgeheges müsse „deutlich verbessert“ werden – das beschloss der Landtag im Herbst 2018. Der Zuschussbedarf solle „auf ein für den attraktiven Betrieb (...) notwendiges Niveau“ sinken. Vorausgegangen war eine neuerliche Kritik des Landesrechnungshofs. Als Reaktion haben die Landesforsten als Träger des Wildparks jetzt ihre neuen Finanzplanungen vorgelegt.

Kostenoptimierung hält das Wisentgehege für möglich

Ziel des 34-seitigen sogenannten Businessplans: Das Defizit, das das Land ausgleichen muss, soll von zuletzt 400 000 bis 500 000 Euro im Jahr bis 2023 auf gut 340 000 Euro im Jahr sinken. Viel mehr, das liest sich zwischen den Zeilen heraus, gehe nicht: Man sei überzeugt, so die Landesforsten, „dass zwar eine Kostenoptimierung dank beeindruckender Fortschritte erreichbar ist, eine volle Kostendeckung wird jedoch kaum möglich sein, ohne die Ziele zu vernachlässigen und den Charakter des Wisentgeheges nachteilig zu verändern“.

Die Landesforsten erinnern daran, dass man in den vergangenen Jahrzehnten viele Maßnahmen umgesetzt habe, um das Wisentgehege nach vorne zu bringen: von Werbung über neue Angebote wie das Café Wild oder das Wolfsprojekt bis hin zu Festen. Doch wie soll nun noch mehr Geld reinkommen, wo weiter gespart werden?

Besucher: Die Landesforsten verweisen auf eine stete Zunahme der Besucherzahlen – zuletzt habe man 2018 mit 185 000 Gästen ein neues Rekordhoch verzeichnet. Ziel ist nun, bis 2023 an der 200 000er-Marke zu kratzen.

Preise: 2003 zahlte ein Erwachsener noch 7 Euro Eintritt; seit der jüngsten Erhöhung werden 12 Euro fällig. 2022 sollen es den Planungen zufolge 13 Euro werden; Kinder zahlten dann 9 statt 8 Euro. Der Umsatz aus den Eintrittsgeldern soll von heute 1,2 Millionen bis auf 1,9 Millionen Euro 2023 steigen.

Attraktivität: Das wiederum funktioniert dem Plan zufolge aber nur, wenn der Wildpark gleichzeitig immer attraktiver und bekannter wird. So will man verstärkt im Bereich Hameln und Hildesheim werben. Auch neue Spezialangebote und Themen sollen neue Besucherkreise erschließen. Ausbauen will man außerdem den Bereich der Tierpatenschaften. Verzichten will man mit Blick auf das eigene Image auf Attraktionen wie Fahrgeschäfte. Um die Attraktivität hochzuhalten, sei es sinnvoll, „– sorgsam dosiert und platziert – jedes Jahr eine wesentliche Neuerung zu präsentieren – entweder eine neue Tierart oder ein neues oder spürbar erneuertes besucherwirksames Bauwerk“. Dazu zählen aus Sicht der Planer die Vielfraßanlage, die Erneuerung der Bär-Wolf-Anlage oder die Modernisierung des großen Spielplatzes.

Infrastruktur: Ein Auge wollen die Landesforsten auf die diversen Bauwerke im Wisentgehege haben. Deren Unterhalt, aber auch die Abschreibungen machen einen wachsenden Teil des Budgets aus. Um gegenzusteuern, will man verstärkt auf Fördergelder oder Stiftungsunterstützung setzen. Der Schwerpunkt solle außerdem „in der Wahrung des aktuellen Tierbestandes und der ausreichenden Unterhaltung seiner Anlagen liegen“. Trennen wolle man sich bei Gelegenheit von den Sorraia-Pferden, „um die Fläche für Wisente oder Przewalski-Pferde zu nutzen“.

Von Christian Zett