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Umland Abflugrouten werden erneut geprüft
Umland Abflugrouten werden erneut geprüft
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00:17 15.06.2014
Von Rebekka Neander
In welche Richtung können die Flugzeuge fliegen, um den Anwohnern in Garbsen und Langenhagen möglichst wenig Ärger zu bereiten? Quelle: Kleinschmidt (Archiv)
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Region Hannover

Rund 70 Prozent aller Starts vom Flughafen Langenhagen gehen windbedingt nach Westen raus. Die Stadt Garbsen kann am Wind nichts ändern. Doch vielleicht könnten die Flugzeuge nach dem Abheben eine andere Route als bislang wählen, um so die Anwohner im Westen Langenhagens sowie in Garbsens Osten zu entlasten. Deshalb hat der Vertreter der Kommune in der jüngsten Sitzung der Fluglärmschutzkommission einen Prüfantrag gestellt.

Gleichlautendes ist bereits 2008 von den Verfahrensplanern der Deutschen Flugsicherung (DFS) geprüft worden. Das damals errechnete Ergebnis wurde nach Auskunft von Uwe Hummert 2008 in der Kommission verworfen. Hummert, der für die DFS im Bremer Tower sitzt, verwies jetzt auf Nachfrage auf die damals errechnete neue Belastung von Wunstorf. „Die Zahlen waren nicht so eindeutig, dass sich die Kommission auf ein neues Verfahren einlassen wollte.“

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In den vergangenen sechs Jahren haben sich die Berechnungsgrundlagen verändert. Und Hummert spricht auch von „leichten filigranen Eingriffen“, die theoretisch denkbar seien. Ob all dies jedoch in ganzheitlicher Abwägung aller Sicherheits- und Wirtschaftsbelange am Ende eine Änderung nach sich zöge, vermag Hummert keinesfalls abzuschätzen. Zudem ist eine Verfahrensänderung bei Abflügen ein komplexer Vorgang. Frühestens Ende 2014 oder Anfang 2015 werde die DFS Ergebnisse in der Kommission vorstellen können. Sobald danach eine endgültige Planung abgestimmt sei, müsse diese zunächst dem Bundesflugaufsichtsamt für Flugsicherung für eine eigene Prüfung und Abwägung vorgelegt werden. Danach müsse das Umweltbundesamt einbezogen werden. „Allein diese Abstimmung mit Aufsichtsbehörden“, sagte Hummert auf Nachfrage, „benötigt rund ein Jahr“.

Luftverkehr nimmt wieder ab

Auf den ersten Blick eine beachtliche Zahl: Um 231 ist die Zahl der Nachtflüge im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. So ist es im Jahresbericht 2013 des Fluglärmschutzbeauftragten des Landes zu lesen. 10?965 Flüge wurden zwischen 22 und 5.59 Uhr gezählt. Der Blick auf die vergangenen zehn Jahre jedoch zeigt, dass sich die nächtlichen Starts und Landungen nach dem dramatischen Einbruch zur Finanzkrise 2008 wieder einpendeln. Lag die Zahl der Nachtflüge 2001 noch bei 9568, war sie bis 2007 auf 11?958 gestiegen. Schon in 2008 sank sie um gut 300 Bewegungen, 2009 fielen gleich 1600 Flüge weg. Bis 2012 nahmen die Nachtflüge jährlich stetig zu auf zuletzt 11?182. Insgesamt hat der zivile Flugverkehr 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Prozent abgenommen. Hinzugekommen sind jedoch 50 Flüge militärischer Maschinen.

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