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Umland Falscher Polizist springt aus dem Fenster
Umland Falscher Polizist springt aus dem Fenster
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18:29 04.12.2014
In diesem Haus hat die Polizei mutmaßliche Trickbetrüger überführt.
In diesem Haus hat die Polizei mutmaßliche Trickbetrüger überführt. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes haben am Donnerstag Wohnungen in Garbsen, Wunstorf, Neustadt am Rübenberge und Bad Nenndorf durchsucht. Dabei fanden sie belastendes Beweismaterial und nahmen zwei Männer fest. Die 28 und 32 Jahre alten Männer werden verdächtigt, zu einer Bande von Trickbetrügern zu gehören.

Senioren durch falsche Uniform getäuscht

Die Täter hatten sich als Polizeibeamte ausgegeben und ihre meist älteren Opfer dazu gebracht, Geld und Wertsachen an einem vereinbarten Ort zu deponieren.  Angeblich zum Schutz vor einem möglichen Wohnungseinbruch. Ein (ebenfalls falscher) „Polizeikollege“  holte dann die Gegenstände ab. Allein im August waren fünf Senioren in Garbsen, Wunstorf und Großenheidorn (Wunstorfer Ortsteil) um Geld und Schmuck betrogen worden.

Sprung aus dem Fenster bei Festnahme

Bei dem Kopf der Trickbetrügerbande handelt es sich offenbar um einen 28-jährigen Garbsener. Als die Polizei am Donnerstagmorgen in dessen Wohnung im Stadtteil Auf der Horst eindrang, flüchtete er und sprang aus dem Fenster des dritten Obergeschosses. Die Polizei nahm den Mann kurze Zeit später fest. Da sich der Tatverdächtige bei dem Sprung aus dem Fenster verletzte, wurde er zur Beobachtung in eine Klinik gebracht. Noch im Krankenhaus sprach ihm der Richter einen Haftbefehl aus.

Komplizen in der Türkei

Die mutmaßlichen Betrüger arbeiteten eng mit Komplizen in der Türkei zusammen. Die in der Türkei lebenden Tatverdächtigen hatten sich Listen mit Telefonnummern älterer Menschen besorgt und von dort die Anrufe getätigt, bei denen sie sich als Polizisten ausgaben. Hatte ein Opfer „angebissen“, kontaktierten sie einen Komplizen, der in der Nähe des Opfers wohnte und die Beute mit weiteren Mittätern abholte. Ein Teil des Geldes aus diesen Straftaten wurde anschließend in die Türkei überwiesen.

Über 140.000 Euro Schaden

Insgesamt werden der Bande 21 Betrugsfälle (elf vollendete Taten und zehn Versuche) in der Region Hannover zur Last gelegt. Alleine dort wurde Geld und Schmuck in Höhe von rund 142.000 Euro erbeutet. Die hannoversche Bande ist offenbar Teil eines Netzwerkes, das auch in anderen Bundesländern aktiv war. Die bei der Polizeidirektion Hannover geführten Ermittlungen richten sich gegen sechs Tatverdächtige zwischen 24 und 32 Jahren, gegen die mutmaßlichen Bandenmitglieder wird wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs ermittelt.

az

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