Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Umland Kommt Fuchsbau-Festival nach Hannover zurück?
Umland Kommt Fuchsbau-Festival nach Hannover zurück?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:18 26.08.2014
Von Rüdiger Meise
Foto: Auch 2013 fand das Fuchsbau-Festival am Rittergut Wederade statt.
Auch 2013 fand das Fuchsbau-Festival am Rittergut Wederade statt. Quelle: von Ditfurth
Anzeige
Hannover

Die Polizei ermittelt gegen die Organisatoren des Fuchsbaus wegen eines unerlaubten Feuerwerks, die Veranstalter beklagen sich über unverhältnismäßig hohe Lärm- und Brandschutzauflagen der Stadt Springe.

„Wir fühlen uns dort nicht mehr willkommen“, sagt Festival-Macher Christoffer Horlitz. Die Stadt Hannover hat bereits Gespräche zugesagt, die klären sollen, ob das Fuchsbau-Festival im nächsten Jahr wieder in die Landeshauptstadt umziehen kann.

„Wir kennen die Organisatoren als gute und verlässliche Partner“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Für die Fête de la Musique arbeite man bereits eng zusammen. „Der Ausgang der Gespräche ist aber aus unserer Sicht völlig offen.“ Auch eine Idee für ein geeignetes Festivalgelände gebe es noch nicht.

Fuchsbau-Festival 2014: Rund 2000 junge Menschen feierten beim Fuchsbau-Festival in Eldagsen.

Zunächst müssen die Vorwürfe, die in Springe erhoben werden, geklärt werden. Die Veranstalter räumen ein, ein vom Ordnungsamt nicht genehmigtes Feuerwerk gezündet zu haben. Das wäre ein Verstoß gegen die Sprengstoffverordnung. „Wir hatten eine mündliche Zusage des Ordnungsamts, die Pyrotechnik abbrennen zu dürfen, wenn die anwesende Feuerwehr zustimmt“, beteuert Horlitz. Das sei der Fall gewesen.

Die Organisatoren fühlen sich von den Behörden drangsaliert. So sei die geforderte Feuerwehrpräsenz auf dem Campingplatz „größer als bei Rock am Ring“, sagt Horlitz. Dort kamen Anfang Juni 80.000 Besucher. Um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, müsse das Festival eine fünfstellige Summe ausgeben - etwa so viel, wie die Künstler kosten. Zudem habe es unverhältnismäßig viele Polizeikontrollen gegeben.

Die Beamten erwischten 35 Festivalgäste mit illegalen Drogen. Dabei ist das Fest auch aus Sicht der Polizei sehr friedlich verlaufen, wie Einsatzleiter Lutz Fricke sagt: „Es gab keinen Stress, keine Aggressionen, die Leute haben einfach nur gefeiert.“ Das sieht Springes Bürgermeister Jörg-Roger Hische dezidiert anders. Er prangert Drogenkonsum, Randale und wildes Pinkeln an. Er spricht von einem „Deckmantel der Kultur, unter dem sich abends und nachts die Leute zudröhnen“.

In einem offenen Brief kritisieren die Organisatoren, dass die Stadt Springe das Festival „auf Lärm und Brandschutz reduziert“. Das Festival hatte 2012 erstmals im Musiktheater Bad in Hannover stattgefunden und war 2013 auf das Rittergut Wederade umgezogen.

von Rüdiger Meise und Christian Zett

17.08.2014
Albert Tugendheim 17.08.2014