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Umland Kahlschlag in Kirchrode
Umland Kahlschlag in Kirchrode
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00:22 23.05.2015
Mit dem Bagger gegen Büsche und Bäume: Die Arbeiten in der Kaiser-Wilhelm-Straße.Fotos: Behrens (2) Quelle: Benjamin Behrens
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Hannover

Der Besitzer eines seit Jahren verwilderten Areals an der Ecke Grosser Hillen und Kaiser-Wilhelm-Straße ließ dort drei geschützte Bäume und zahlreiche Sträucher roden. Die Fläche soll vermutlich für den Bau einer Doppelhaushälfte vorbereitet werden. Insgesamt fielen gut ein Dutzend teilweise sehr alte Bäume den Baggern und der Kettensäge zum Opfer. „Als wir sahen, dass dort alles gerodet wird, haben wir die Polizei gerufen“, erzählt ein Anwohner. Die Polizei stoppte die Bauarbeiten daraufhin. Ein großer Teil des ursprünglichen Bewuchses war zu der Zeit bereits verschwunden.

Nach Informationen von Anwohnern soll neben einem seit Jahrzehnten leer stehenden Haus auf dem Grundstück ein Doppelhaus gebaut werden. Nach Informationen von Anwohnern steht das vorhandene Haus für rund 700.000 Euro zum Verkauf. Der geplante Neubau soll einen vergleichbaren Wert haben. Die Stadt hatte den Eigentümer nach eigener Aussage bereits vor Monaten auf darauf hingewiesen, dass er bei den ­Bauarbeiten auf dem Gelände die Baumschutzsatzung zu beachten hat. Nun will die Verwaltung prüfen, ob sie ein Bußgeldverfahren einleitet.

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Am späten Nachmittag untersuchten Mitarbeiter der städtischen Stelle für Baumschutz das Gelände. Sie stellten fest, dass neben der weiträumigen Entfernung von Sträuchern auch zwei Robinien und eine Wildkirsche der Säge zum Opfer gefallen waren. Ob die illegalen Arbeiten auch Tierpopulationen geschadet haben, ist noch unklar. „Ob Nester und Brutgelege vorhanden waren, konnte nicht mehr festgestellt werden“, erklärt Stadtsprecher Dennis Dix.

Inzwischen sind auch andere Anwohner auf die Bauarbeiten aufmerksam geworden. „Sobald wir die Motorsäge hören, rufen wir die Polizei,“erklärt einer von ihnen, entschlossen das ehemals malerische Biotop vor der Haustür zu schützen.

Von Mario Moers

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