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Umland Prüfer bemängelt Kita-Baukosten
Umland Prüfer bemängelt Kita-Baukosten
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17:43 06.12.2013
Von Johannes Dorndorf
Die Baukosten für Kindertagesstättenplätze, wie hier im Bild beim Stadthaus, liegen weit über denen anderer Kommunen.
Die Baukosten für Kindertagesstättenplätze, wie hier im Bild beim Stadthaus, liegen weit über denen anderer Kommunen. Quelle: Johannes Dorndorf
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Laatzen

Seit August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Der Rechnungshof hat die Neuerung zum Anlass genommen, sechs Kommunen in einer Stichprobe bei der Kindertagesstättenplanung genauer unter die Lupe zu nehmen - und mit weiteren 15 schriftlich befragten Städten zu vergleichen. Außer Laatzen wurden Buxtehude, Delmenhorst, Göttingen, Nordhorn und Wilhelmshaven genauer untersucht. Geschaut wurde danach, wie gründlich die Städte den Bedarf an Betreuungsplätzen ermitteln und wie viel sie sich den Kita-Ausbau kosten lassen. Das Ergebnis ist für Laatzen wenig schmeichelhaft. So hat die Stadt im Untersuchungszeitraum Oktober 2008 bis März 2012 pro neu eingerichteten Kita-Platz 41 500 Euro ausgegeben - fast doppelt so viel wie andere: Im Durchschnitt gaben die 21 befragten Kommunen 22 100 Euro aus. Teuer seien vor allem neue Krippenplätze, die in Laatzen mit 55 500 Euro zu Buche schlugen. Konkret wurden die Kitas im Rethener Familienzentrum und im Stadthaus sowie der Anbau des Thomas-Kindergartens berücksichtigt.

Die Stadt begründet die hohen Kosten damit, dass man hochwertige Materialien verwendet habe, um später bei der Instandhaltung zu sparen. Beim Familienzentrum etwa gebe es ein Verblendmauerwerk statt des üblichen Wärmedämmverbundsystems sowie ein Satteldach mit Tonpfannen. Das Raumkonzept spiele ebenfalls eine Rolle - neben den Pflicht-Gruppenräumen verfügen die Laatzener Einrichtungen etwa über Kleingruppen- und Snoezelzimmer und hätten große Bewegungsräume. „Das führt dazu, dass die Neubauten zum Teil erheblich über den gemäß Gesetz geforderten räumlichen Mindeststandards liegen“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt. Außerdem sind alle drei Gebäude im Passivhausstandard errichtet.

Beim Passivstandard hat die Stadt allerdings keine Berechnungen angestellt, ob dies langfristig billiger kommt, sondern folgte einer Vorgabe des Rates. Dies kritisiert der Rechnungshof: „Die Stadt hätte über eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung alternative Bauweisen vergleichen müssen“. Sie habe damit gegen die Gemeindehaushaltsverordnung verstoßen. Die Verwaltung hält den interkommunalen Vergleich für fehlerhaft. So seien in anderen Städten auch Umbauten mit einbezogen worden, in Laatzen gab es nur Neubauten. Außerdem würden die förderfähigen Kosten, die die Grundlage des Vergleichs bilden, in den Kommunen unterschiedlich berechnet. Bei einer anderen, durchaus üblichen Berechnungsweise lägen die Laatzener Kosten bei nur 36 200 Euro pro Platz.

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