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Umland Region: Südlink nicht durch Naturschutzgebiete
Umland Region: Südlink nicht durch Naturschutzgebiete
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02:15 02.10.2014
Von Bernd Haase
Die Routenvorschläge zur Stromtrasse Südlink führen zu hitzigen Debatten.
Die Routenvorschläge zur Stromtrasse Südlink führen zu hitzigen Debatten. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

„Wir wissen gar nicht, unter welchen Kriterien die Varianten entstanden sind und welche der Netzbetreiber Tennet berücksichtigt hat und welche nicht. Deshalb können wir die Vorschläge zunächst nur zur Kenntnis nehmen“, sagt Planungsdezernent Axel Priebs. Gefordert sei jetzt die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde.

Tennet hatte seit März mehr als 3000 Hinweise und Anregungen aus der Bevölkerung und von Interessenverbänden eingesammelt und daraus Alternativen zum bisherigen Korridor destilliert - über den gesamten, 800 Kilometer langen Verlauf 98 an der Zahl. Teils handelt es sich dabei um geringe Abweichungen, teils um völlig neue Routenvorschläge. In der Region Hannover zum Beispiel gibt es jetzt Strecken, die weiter westlich als bisher geplant verlaufen, aber auch Ausschläge nach Osten. Dadurch sind auch Städte direkt mit der Stromtrasse konfrontiert worden, die von der Ursprungsvariante nicht berührt wurden - Garbsen, Seelze oder Barsinghausen etwa.

Einige der rund ein Dutzend Streckenverläufe erscheinen schon auf den ersten Blick problematisch. Eine der Westvarianten verläuft durch den Hochmoorgürtel im Norden Hannovers, den die Region gerade mit Millionenaufwand und Unterstützung der Europäischen Union renaturieren will. Eine andere weiter östlich tangiert den Hastbruch in Burgwedel, ein wichtiges Vogelschutzgebiet. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass derart wertvolle Naturräume berührt werden könnten“, sagt Priebs.

Der Dezernent bescheinigt dem Netzbetreiber ein gewisses Geschick im Umgang mit den Bürgern. „Sie beteiligen und informieren umfangreich, aber halten sich mit Bewertungen zurück“, sagt er. Dabei spielt dem Konzern in die Karten, dass er nicht derjenige ist, der die bisher mindestens im niedrigen einstelligen Milliardenbereich liegenden Kosten für die Trasse trägt. Zahlen müssen am Ende die Bürger über den Strompreis.

Die Region bleibt laut Priebs bei ihrer Haltung, dass Tennet überhaupt erst begründen soll, warum die Strecke nicht vom Norden aus Sachsen-Anhalt Richtung Süden verläuft. „Dort liegen viel weniger Ballungsräume“, sagt er. Tennet hatte diesen Verlauf zwar auch untersucht, dann aber fallen lassen, ohne genaue Gründe dafür zu nennen. Auskünfte über Letzteres will die Region gemeinsam mit Landkreisen aus Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen per Klage erzwingen, wenn sie nicht doch noch freiwillig erteilt werden.

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