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Umland Sieben Kinder aus der Region erleiden Verbrennungen
Umland Sieben Kinder aus der Region erleiden Verbrennungen
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11:03 28.04.2011
Von Sonja Fröhlich
Mehrere Kinder mit Verbrennungen mussten in Hannover stationär behandelt werden. Quelle: dpa

Herumliegender Müll sorgt nicht nur für einen unschönen Anblick auf Hannovers Grünflächen – er gefährdet auch Kinder. Das Kinderkrankenhaus auf der Bult hat sich jetzt in die Diskussion um das Abfallproblem eingeschaltet. Die Ärzte warnen eindringlich davor, noch glühende Kohlen oder heiße Grillroste achtlos wegzuwerfen. „Kinder tollen herum und treten mit ihren Füßen darauf, weil sie sich der Gefahr nicht bewusst sind“, sagt Kliniksprecher Björn-Oliver Bönsch.

Für die Klinik sind solche Verletzungen in der Grillsaison an der Tagesordnung: Allein am Osterwochenende wurden sieben Kinder mit Brandverletzungen oder Verbrühungen auf der Bult stationär aufgenommen. Darunter waren drei Kleinkinder unter einem Jahr. Ein Neunjähriger war in die Glut eines Osterfeuers gestolpert, zwei 14-Jährige erlitten durch Grillbeschleuniger verursachte Stichflammen schwere Verletzungen. Im vergangenen Jahr behandelte das hannoversche Krankenhaus 120 Kinder mit Brandverletzungen, die mitunter auf das Grillen zurückzuführen waren.

Die Folgen einer Brandverletzung dauern nach Auskunft der Ärzte zumeist ein Leben lang an, oft müssten die Patienten mehrmals operiert werden. Trotz alternativer Grillanzünder greifen viele Menschen auch immer noch zu Brandbeschleunigern wie Spiritus und spritzen diese auf die Glut – und entfachen damit eine Stichflamme. Immer wieder kämen dadurch auch Kinder mit schwersten Verbrennungen auf die Bult, die zu dicht am Grill standen, sagt Bönsch. Aber auch die sogenannten Einweggrills bärgen eine hohe Verletzungsgefahr, wenn diese noch heiß seien und nicht entsorgt werden.

Am Osterwochenende waren Hannovers Grünflächen beliebte Treffpunkte zum Brutzeln und Lagern. Allerdings waren danach viele Wiesen und Plätze mit Abfall übersäht. Im Maschpark ließ die Stadt den Abfallentsorgungsbetrieb aha Sondereinsätze fahren. Doch viele Grünflächen etwa im Georgengarten oder am Leineufer waren tagelang mit Müll übersäht. Die hannoversche CDU hatte die Stadt danach aufgefordert, eine schnelle Eingreiftruppe einzusetzen, die Müllverursacher verwarnt. Im Rathaus wurde dies aber als nicht praktikabel abgelehnt. Die Kinderärzte appellieren an die Hannoveraner, den Müll im Interesse der Kinder nicht achtlos wegzuwerfen. Neben heißer Kohle könnten auch Scherben zu schweren Verletzungen führen.

l Hilfe im Notfall: Verbrennungen müssen sofort mit fließendem Wasser, nicht kälter als zehn Grad, für zehn bis 15 Minuten gekühlt werden. Auf keinen Fall Hausmittel wie Mehl, Zahnpasta oder Butter auftragen. Bei ausgedehnten Verbrennungen besteht Unterkühlungsgefahr, nicht verbrannte Körperstellen müssen warm gehalten werden. Je nach Lage immer den Notarzt rufen oder ins nächstgelegene Krankenhaus fahren. Weitere Informationen gibt der Verein Paulinchen, Initiative für brandverletzte Kinder. Unter www.paulinchen.de

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