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Umland Was hat es mit Jamie-Lees Kostümen auf sich?
Umland Was hat es mit Jamie-Lees Kostümen auf sich?
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02:15 22.11.2015
Jamie-Lee Kriewitz liebt die asiatische Popkultur. Wenn die 17-jährige Schülerin aus Bennigsen nicht bei „The Voice of Germany“ auf der Bühne steht, reist sie zu Treffen der Comicszene und zeichnet selbst Comics und Graffiti.  Quelle: von Ditfurth
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Blaue Ohren hat Jamie-Lee Kriewitz nur im Fernsehen. Die Bennigserin, die durch die CastingshowThe Voice of Germany“ von einem auf den anderen Tag zur kleinen Berühmtheit wurde, öffnet die Tür im schlichten grauen T-Shirt. Ganz anders bei ihrem ersten Fernsehauftritt vor fünf Wochen: Damals trug Jamie-Lee eine babyblaue Jacke mit Comic-Kopf-Kapuze, eine Vielzahl rosa Haarspangen und dazu eine Netzstrumpfhose mit riesigen Löchern. „Das ist DekoraKei“, erklärt die 17-Jährige, die die prominent besetzte Jury allein mit ihrem Gesang überzeugte und jetzt zusammen mit ihren Fürsprechern, den Rappern Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier, um den Sieg als beste Stimme Deutschlands kämpft.

DekoraKei klingt wie eine asiatische Kampfsportart, ist aber ein japanischer Modestil, bei dem es darum geht, „so niedlich und schrill wie möglich auszusehen“, sagt Jamie-Lee. Und schnell ist sie in ein weites grellbuntes T-Shirt geschlüpft und behängt sich mit langen Ketten, schiebt sich Schleifen ins Haar und stülpt zuletzt eine große Fliegerbrille über. Ein wenig sieht sie aus, wie aus einem Comic entsprungen - schrill, aber niedlich.

Großer Comic-Fan

Für die Schule bleiben die aus China und Japan importierten Plüschohren oder die Atemschutzmaske allerdings im Schrank. „Die trage ich nur auf den speziellen Manga-Treffen.“ Mehrmals im Jahr reist Jamie-Lee zu großen ComicTreffen, um sich mit anderen Japan-Fans auszutauschen und sich von der fernöstlichen Popkultur inspirieren zu lassen. Die Einladung zur Castingshow erreichte sie auf dem Japan-Tag, in ihrem Zimmer steht eine überlebensgroße Mangafigur à la Pokemon.

Viel mehr als nach Tokio zieht es die quirlige Schülerin aber nach Korea zu ihren musikalischen Vorbildern im „K-Pop“, der koranischen Popmusik: „Um diese Musik dreht sich bei mir alles“, schwärmt sie. Die knallbunten Musik­videos und quietschigen Stimmen, die viele als kitschig und überdreht empfinden, klingen in den Ohren der Bennigserin lebendiger und interessanter als etwa US-Pop.

„Sie singt den ganzen Tag“

Dass Jamie-Lee einmal an einer Musik-Castingshow teilnehmen würde, wundert in der Familie niemanden wirklich: „Sie singt den ganzen Tag“, erzählt Mutter Nicole. Mit acht Jahren trällerte sie zunächst beim Karaoke vor dem Fernseher, später sang sie im Schulchor. Vor sechs Jahren trat sie in einen Gospelchor ein, in dem sie heute noch singt. „Aber nicht in Roben und mit ernsten Liedern“, korrigiert die Schülerin, „wir singen poppige Stücke.“ Ihre Tochter genieße die Auftritte auf der Bühne, erzählt Mutter Kriewitz. „Aber wenn ein Lied nicht klappt, dann ärgert sie sich.“

Wird sie mit so viel Ehrgeiz die Castingshow gewinnen? „Ich habe mir vorgenommen, so weit zu kommen, wie ich kann“, so die bescheidene Antwort der 17-Jährigen. Wenn es nicht klappt, will sie Abitur machen und Koreanistik studieren - „ganz unspektakulär“.

Doch gerade lebt sie erst einmal das Leben eines Mini-Prominenten. Seitdem Jamie-Lee und ihre blauen Ohren zum ersten Mal über den Bildschirm flimmerten, kennen sie nicht nur die 5000 Einwohner ihres Heimatortes Bennigsen. Auf der Straße erkannt zu werden macht der Nachwuchssängerin nichts aus. Im Gegenteil: „Ich finde das schön.“ Irritierend sei es allerdings, wenn die Lehrer in der Schule den Unterricht unterbrechen, um zu fragen, wann sie wieder im Fernsehen auftreten wird. „Das ist schon komisch.“

Ob Jamie-Lee Kriewitz die „The Voice of Germany“-Jury erneut überzeugen kann, ist Freitag ab 20.15 Uhr auf Sat.1 zu sehen.

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