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Umland Streik: Nicht nur der Müll bleibt liegen
Umland Streik: Nicht nur der Müll bleibt liegen
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17:58 19.03.2014
Von Sven Warnecke
Keine Abfuhr: In Langenhagen hat sich am Mittwoch der Müll gestapelt. Quelle: Bismark
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Langenhagen

Der Warnstreik habe das öffentliche Leben in Langenhagen nicht lahmgelegt, bilanzierte Stadtsprecherin Juliane Stahl. In zwei städtischen Einrichtungen wurden Kinder in Notgruppen betreut. Die Eltern hätten sich im Vorfeld offenbar gut informiert und entsprechend arrangiert. Allerdings blieb in der Stadt der Müll liegen. Dieser wird nach Angaben des Abfallentsorgers aha „spätestens bei der nächsten planmäßigen Abfuhr in vollem Umfange nachgeholt“. Beim öffentlichen Nahverkehr blieb die Lage in Langenhagen relativ entspannt. Anders als Üstra und Stadtbahn verkehrten Regiobus sowie S-Bahnen und Metronom. Nach Auskunft von IGS-Leiter Wolfgang Kuschel fehlten wegen des Warnstreiks auch nicht mehr Schüler als etwa bei Krankheitswellen.

In der Wedemark waren die stärksten Auswirkungen auf dem aha-Wertstoffhof in Bissendorf spürbar. Dieser blieb während des ganzen Tages geschlossen. Ein kleiner Aufsteller hinter dem Tor teilte den Anlieferern „Warnstreik“ mit. Nahezu alle nahmen ihren Müll wieder mit, doch ein aha-Kunde packte seinen ausgedienten Kühlschrank, Verpackungsmaterial und zwei nicht abgeholte gelbe Säcke direkt vors Tor. Im Rathaus in Mellendorf gab es nach Angaben von Fachbereichsleiter Christian Bruns keine Auswirkungen. Lediglich im Hort in Bissendorf konnten einige Gruppen nicht betreut werden.

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Elf Bauhof- und zwei Verwaltungsmitarbeiter folgten in Isernhagen dem Warnstreik-Aufruf, die Kindertagesstätten boten vollen Service. In Burgwedel blieben drei städtische Kitas in Wettmar, Kleinburgwedel und an der Gartenstraße ganz geschlossen. Die Möglichkeit, Kinder in andere Einrichtungen zu geben, gab es ebenso wenig wie Notgruppen. Im Krankenhaus blieben die Streikfolgen überschaubar: Laut KRH-Sprecher Bernhard Koch wurden nur drei geplante Eingriffe verschoben.

Die Gewerkschaften fordern eine Anhebung der Gehälter um 100 Euro monatlich sowie einen zusätzlichen Lohnzuwachs von 3,5 Prozent, die Arbeitgeber rechnen das auf eine Kostensteigerung von circa 7,1 Prozent hoch. Im Wedemärker Haushaltsplan sind die Personalkosten auf 12,5 Millionen Euro veranschlagt, eine Tariferhöhung von etwa drei Prozent ist einkalkuliert. Würden die Verdi-Forderungen Wirklichkeit, kämen Kosten von circa einer halben Million Euro hinzu. Burgwedel hat mögliche Tarifsteigerungen nicht berücksichtigt: Kämmerer Christian Möhring müsste bis zu 700.000 Euro nachveranlagen. Vorausschauender hat die Nachbargemeinde Isernhagen die Tarifauseinandersetzung mit einer Steigerung von 2,5 Prozent „eingepreist“. Würden die Gewerkschaftsforderungen voll umgesetzt, fehlt im Etat eine halbe Million, während Langenhagen sogar 1,2 Millionen Euro im Personaletat drauflegen müsste.

Sven Warnecke, Friedrich Bernstorf und Martin Lauber

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