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Uetze Borkenkäfer-Plage grassiert im Burgdorfer Holz
Umland Uetze Borkenkäfer-Plage grassiert im Burgdorfer Holz
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12:33 09.04.2019
Im Burgdorfer Holz nördlich der Bundesstraße 188 hat die Revierförsterei etliche Fichten gefällt, die vom Borkenkäfer befallen waren. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf/Hänigsen

Der Borkenkäfer hat auch Nadelbäume im Burgdorfer Holz befallen. Die Forstarbeiter haben in den vergangenen Wochen sowohl abgestorbene als auch von dem Schädling befallene Fichten gefällt und zwar bevor die neue Käfergeneration schlüpft. „An Tagen mit Temperaturen über 17 Grad fangen die Borkenkäfer anzufliegen“, sagt Revierförster Benjamin Evers.

„Aber wir müssen noch mal nachgehen“, beschreibt er die Arbeiten „die uns den ganzen Sommer beschäftigen werden.“ Mit diesen regelmäßigen Kontrollen soll verhindert werden, dass die Käferpopulation wieder auflebt. Denn es ist nicht auszuschließen, dass trotz des großen Aufräumens Käfer unter der Borke gefällter Fichten überlebt haben und wieder ausschwärmen, sich in neue Bäume einnisten und deren Leitungsbahnen zerstören. Um diese Gefahr gering zu halten, sind die gefällte Bäume laut Evers mit einem Insektizid behandelt worden.

An diesem Stamm einer gefällten Fichte sind die Laufgänge des Borkenkäfers unter der Rinde (Mitte des Bildes) gut zu erkennen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Revierförster hofft auf nassen Sommer 2019

In trockenen und heißen Sommern wie 2018 vermehren sich Borkenkäfer besonders gut, weil die Abwehrmechanismen der Bäume geschwächt sind. Bei Trockenheit bilden die Fichten laut Evers nur wenig Harz und damit haben die Schädlinge leichtes Spiel. So gab es 2018 nicht eine, sondern bis zu drei Käfergenerationen. In der Revierförsterei Hänigsen, zu der das Burgdorfer Holz nördlich der Bundesstraße 188 gehört, stehen laut Evers in erster Linie Mischwälder mit Laub- und Nadelbäumen, die kaum vom Borkenkäfer befallen werden. „Aber es gibt auch kleinere Flächen mit Nadelhölzer, und die sind auch befallen“, erklärt der studierte Förster, der seit 1. März die Revierförsterei leitet.

Evers und seine fünf Mitarbeiter, die er sich mit zwei weiteren Revierförstereien teilt, hoffen auf einen nassen und kühlen Sommer 2019. „Dann können sich die Fichten wehren, weil sie ausreichend Harz produzieren können.“

Nach dem Fällen werden neue Bäume gepflanzt

„Auf allen abgeholzten Flächen wird wieder Wald entstehen“, versichert der Revierförster. Und zwar naturnaher Wald und keine Nadelholz-Monokulturen. Um das zu erreichen, werden in der Regel junge Laub- und Nadelbäume als Mischwald nachgepflanzt, zum Beispiel Buchen und Douglasien, und nicht nur auf die Selbstverjüngung des Waldes gesetzt. Von Norden her haben laut Evers die Nachpflanzungen bereits begonnen. Allerdings gibt es dabei so einige Tücken, die die Förster beachten müssen.

So müssen die jungen Bäume vor dem Rehwild geschützt. Denn die Böcke nutzen junge Baumtriebe gern zum Fegen ihres Gehörns. Darunter versteht man das Abreiben der weichen Bastschicht von den harten Gehörnstangen. „Dadurch können große Schäden entstehen“, sagt Evers. Darüberhinaus kann der Große Braune Rüsselkäfer den Forstwirten das Leben schwer machen. „Er nistet sich mit Vorliebe in die Stuken gefällter Bäume ein“, erklärt er. Von dort aus befällt er die junge Bäume und frisst deren Rinde ab. Nach zwei Jahren ziehen die Rüsselkäfer weiter – auf der Suche nach frischen Stuken.

Von Anette Wulf-Dettmer

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