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Uetze Coronavirus: So organisieren die Uetzer ihre Nachbarschaftshilfe
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Coronavirus: So organisieren die Uetzer ihre Nachbarschaftshilfe

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17:18 18.03.2020
Anna Weber bietet Kinderbetreuung an - und engagiert sich in der Senioren-Nothilfe der Gemeinde Uetze. Quelle: privat
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Uetze

In sozialen Netzwerken, aber auch mit privaten Angeboten oder koordiniert über die Gemeindeverwaltung: Die Uetzer organisieren jetzt die Hilfe für die Menschen, die entweder wegen einer Coronainfektion oder als mögliche Kontaktperson ihre Wohnung nicht mehr verlassen dürfen – oder die wegen einer Vorerkrankung keine Einkäufe mehr erledigen können. Dabei wollen die Akteure vermeiden, dass sie neben- oder gar gegeneinander arbeiten.

So will die Gemeinde Uetze alleinstehenden Einwohnern die Angst nehmen, sie könnten im Fall einer Quarantäne nicht mit Lebensmitteln und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs versorgt werden. Ein Anruf im Rathaus genügt, und der Fachbereich Soziales organisiert Unterstützung. Im Rahmen der Corona-Ausbreitung könne es weiterhin zu Quarantänemaßnahmen kommen, heißt es vonseiten der Verwaltung. Wer in dieser Notsituation nicht auf Hilfe von Verwandten, Freunden und Nachbarn zählen kann, soll sich mit dem Fachbereich Bildung und Soziales der Gemeinde in Verbindung setzen. Die Mitarbeiter, die dann Hilfe organisieren werden, sind zu erreichen unter Telefon (05173) 97000 und 970030 sowie der Behördennummer 115 und per E-Mail an info@uetze.de

Bereits seit dem Wochenende finden sich mehr als 120 Uetzer in der Facebook-Gruppe Senioren-Nothilfe Gemeinde Uetze zusammen. Sie wollen ältere Menschen unterstützen, die aufgrund der Corona-Pandemie eingeschränkt sind. Zu ihnen gehört auch die 18 Jahre alte Anna Weber, die zuvor schon ihre Hilfe bei der Kinderbetreuung angeboten hatte. „Solange ich gesund bin und helfen kann, will ich das gerne übernehmen“, sagt die Uetzerin. Sie gehe davon aus, dass es etliche Menschen gibt, die auf andere angewiesen seien. Leider hätten diese sich noch nicht gemeldet – weil sie möglicherweise nicht bei Facebook seien und damit keine Information über die Gruppe erhalten hätten.

Helfer wollen eine Doppelstruktur vermeiden

Und so gibt es derzeit noch die Situation, dass sich mehr Helfende als Hilfesuchende melden. „Dabei für Einkäufe und Gassi gehen in Uetze“, schreibt zum Beispiel Yvonne Latona. Sabine Scholz postet: „Gute Idee. Bin dabei“ und Sandra Tharra bietet Unterstützung für Eltze und Uetze an. Aron Mattheis indes listet wesentliche Punkte wie Bezahlung, Dokumentation der Kontaktpersonen und Infektionsschutz, denn: „Der beste Tatendrang in dieser Situation bringt nichts, wenn die Infektionskette trotzdem Wege findet, die wir versehentlich schaffen.“

Vermeiden wollen die Facebook-Nutzer auf jeden Fall eine Doppelstruktur zur Gemeinde – Administratoren wie Mattheis verweisen deshalb jetzt darauf, dass Verwaltung und Seniorennothilfe gemeinsam agieren werden. Alles andere schaffe nur Verwirrung.

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