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Umland Uetze Nachrichten Altöl hat Kläranlage lahmgelegt
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17:15 04.12.2017
Nach der Ölunfall muss der entstandene Schwimmschlamm mit einem Räumer aus dem Belebungsbecken der Uetzer Kläranlage abgezogen werden.
Nach der Ölunfall muss der entstandene Schwimmschlamm mit einem Räumer aus dem Belebungsbecken der Uetzer Kläranlage abgezogen werden. Quelle: Wasserverband Peine
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Uetze

 Bei der Abwasserbeseitigung in der Gemeinde Uetze macht der Wasserverband Peine in diesem Jahr wohl einen Verlust von mehr als 520.000 Euro. Hauptursache ist eine schwerwiegende Betriebsstörung auf der Kläranlage Uetze am 7. Februar. Verusacht wurde sie durch  Altöl, das von einem Recyclingunternehmen in das Kanalnetz gelangt ist.

„Das ist mit das Schlimmste, was einer Kläranlage passieren kann“, sagt Verbandsgeschäftsführer Olaf  Schröder. Die biologische Reinigung sei tot gewesen. Daher habe der Verband für das Belebungsbecken sogenannten Impfschlamm aus der Kläranlage Gümmerwald bei Hannover heranschaffen müssen. „Anschließend musste die Uetzer Anlage wieder hochgefahren werden“,  berichtet Schröder. Fünf Wochen habe es gedauert, bis die Kläranlage wieder ihre volle Leistungsfähigkeit erreicht habe.

„Auch die Sicherung und Spülung des Kanals, ein aufwendigeres Analyseprogramm und die Entsorgung des Schlamms erforderten Mehraufwand“, ergänzt Pressesprecherin Sandra Ramdohr. Den verunreinigten Schlamm habe der Verband nicht in die Klärschlammvererdungsanlage leiten können. Zudem sei im Belebungsbecken sogenannter Schwimmschlamm entstanden, den man mit einem Räumer habe abziehen müssen.

Nach Schröders Worten ist ein Rechtsstreit mit dem Verursacher des Ölunfalls anhängig. Es gehe um die Schadenshöhe von rund 235.000 Euro. Der Verband könne allerdings nicht alle zusätzlichen Kosten wie etwa den erhöhten Personalaufwand geltend machen. 

Den Fehlbetrag der Gewinn- und Verlustrechnung 2017 in Höhe von rund 520.000 Euro kann der Wasserverband mit dem Gewinn aus den Vorjahren ausgleichen. Ende 2018 wird dieser Gewinn voraussichtlich aufgebraucht sein. Deshalb und wegen der anstehenden Investitionen plant der Wasserverband, 2019 das Abwasserentgelt je Kubikmeter von 2,81 auf 3,30 Euro und den jährlichen Grundbetrag  von 60 auf 72 Euro zu erhöhen. Hingegen soll das Niederschlagswasserentgelt je Quadratmeter versiegelte Grundstücksfläche zum 1. Januar 2018 von 44 auf 32 Cent sinken. Über diesen Vorschlag entscheidet die Verbandsversammlung am nächsten Freitag.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller