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Nachrichten Entwarnung: Blindgänger sind entschärft
Umland Uetze Nachrichten Entwarnung: Blindgänger sind entschärft
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23:24 13.11.2016
Von Anette Wulf-Dettmer
Das sind die beiden Blindgänger, die auf einem Feld im Norden Dollbergens entschärft worden sind Quelle: Feuerwehr
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Dollbergen

Die Evakuierung in einem Radius von einem Kilometer um die Fundstellen ist am Sonntag 14.06 Uhr aufgehoben worden, sodass die Dollberger in ihre Häuser zurückkehren konnten. Zudem war die Umgehungsstraße im Zuge der L387 wieder befahrbar.

Begonnen hatte der Bombenräumdienst kurz nach 11 Uhr mit der genauen Untersuchung der verdächtigen Stellen auf einem Acker nördlich der Altölraffinerie, die ebenfalls bis auf wenige Mitarbeiter evakuiert worden war. Bei den ersten beiden Fundstellen waren laut Rathaussprecher Andreas Fitz eine Metallplatte und eine "Bombenplatzer" gefunden worden. Aus dem Bombenplatzer wurde der Sprengstoff entfernt.

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An zwei Stellen wurden die Experten jedoch fündig. Diese beiden Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg konnten entschärft werden. So konnte nach rund vier Stunden Entwarnung gegeben werden. Eine Sprengung hätte weitaus länger gedauert.

Die Bombenräumung und Evakuierung hat 15 Mitarbeiter der Gemeinde, acht des DRK Region Hannover, rund 60 Angehörige der Feuerwehren Dollbergen, Uetze, Hänigsen, Katensen und Schwüblingsen sowie die Polizei ab 8 Uhr morgens in Atem gehalten.

Seit 8 Uhr ist die Feuerwehr am Sonntag im Einsatz gewesen. Es gab laut Pressesprecher Timo Seffer von der Feuerwehr Uetze sechs Einsatztrupps. Vier hatten die Aufgabe zu kontrollieren, dass tatsächlich alle Wohnungen in einem Radius von einem Kilometer rund um den Acker im Norden Dollbergens verlassen wurden.

Die meisten Einwohner waren gut vorbereitet gewesen. Es gab weniger Diskussionen als bei der Evakuierung von vier Wochen, als an einem Montagabend eine spontane Bombenräumung auf demselben Acker angesetzt worden war. Viele Dollberger nutzten die Evakuierung für einen Familienausflug zu Oma und Opa. Doch 30 bis 40 Einwohner suchten Zuflucht in der Mensa des Schulzentrums, die die Gemeinde als Aufenthaltsraum zur Verfügung gestellt hatte. Die Stimmung dort war gut - nicht zuletzt weil die Pächterinnen der Mensa alle mit Kaffee und belegten Brötchen und später sogar mit Eintopf versorgten. Es wurde viel geschwatzt und viel gelacht.

In Katensen stand zudem ein Löschzug mit drei Fahrzeugen sowie Rettungswagen bereit. "Damit wir bei Bedarf schnell am Feld sind, wo die Bomben geräumt werden", erklärte Seffer. Die Feuerwehrleute bauten darüber hinaus am Morgen eine Wasserversorgung zum Acker nördlich der Raffinerie auf. Der Grund: Hätten tatsächlich Bomben gesprengt werden müssen, wäre dafür Wasser in großer Menge benötigt worden. Denn an dem Blindgänger wäre ein Zünder angebracht, dann das Loch wieder mit Boden aufgefüllt und obendrauf ein sogenannter Bigpack mit 25.000 Liter Wasser platziert worden, um die Detonationswellen abzuschwächen. "Bei zwei Sprengungen wären das 50.000 Liter Wasser, so viel haben wir nicht in den Löschtanks der Fahrzeuge", erklärte Seffer.

Ein weiterer Löschzug - und zwar der der Ortsfeuerwehr Dollbergen - hatte sich im Süden des Orts positioniert. Denn das Feuerwehrhaus selbst lag im Evakuierungsbereich. Auf diese Weise sei gewährleistet, dass bei einem Notfall die Feuerwehr schnell zur Stelle sei, sagte Seffer. Darüber hinaus sollen die Dollberger auch ausrücken, falls in der Gemeinde Edemissen - speziell in Oelerse und Abbensen - Hilfe benötigt wird. Denn aufgrund von Bauarbeiten und damit einhergehender Straßensperrung, können die Edemisser Einsatzkräfte diese beiden Orte nur über lange Umwege erreichen.

Der Zugfernverkehr auf der Strecke Hannover-Wolfsburg wurde umgeleitet. Für den regionalen Verkehr war ein Busersatzverkehr zwischen Lehrte und Meinersen eingerichtet worden. Betroffen von der Umleitung waren mehrere ICE-Linien - Zeitverlust rund 20 Minuten.

Am vergangenen Montag hatten die Experten einer privaten Kampfmittelbergungsfirma auf einem Acker im Norden Dollbergens zwischen der Landesstraße 387 und der nördlichen Bahnhofstraße mehrere Verdachtspunkte gefunden worden. Die Sondierungsarbeiten auf der geplanten Erweiterungsfläche der Altölraffinerie sind zwar beendet. Doch auf einem direkt angrenzenden Acker wird demnächst weiter nach Kampfmittelresten aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht.

Fotostrecke Uetze: Entwarnung: Blindgänger sind entschärft

Von Sandra Köhler und Anette Wulf-Dettmer

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