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Umland Uetze Nachrichten Gemeinde sucht neue Flüchtlingsunterkunft
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17:30 11.01.2015
In seiner Neujahrsansprache greift Bürgermeister Werner Backeberg die Themen Kinderbetreuung und Flüchtlinge auf. Quelle: Sandra Köhler
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Backeberg erläuterte vor 300 Gästen, dass die Gemeinde den Schwerpunkt ihrer Arbeit in eine aktive Familienpolitik setzt. Ein zentraler Baustein sei neben offener Jugendarbeit, einem modernen Schul- und Bildungsangebot und der Seniorenarbeit vor allem die Kinderbetreuung.

Das Attentat in Paris war für den Bürgermeister Anlass, sich auch in Sachen Flüchtlingsbetreuung klar zu positionieren: „Integration aller Menschen in unsere Gesellschaft, unabhängig von kultureller, politischer oder religiöser Unterschiede, das ist der beste Schutz vor Extremismus jeder Art.“

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Auch angesichts von 76 zusätzlich zugewiesenen Flüchtlingen setze er weiterhin auf eine dezentrale Unterbringung. Favorisiert sei die Unterbringung in eigenen Gebäuden wie dem Haus am Pappelweg. Auch das ehemalige Hexenhaus werde auf seine Eignung geprüft. „Wir haben noch Platz für 15“, sagte Backeberg, gab sich aber optimistisch, mithilfe privater Investoren ein Container- und Turnhallenszenario vermeiden zu können: „Wir schaffen das!“

Schwieriger gestaltet sich die Kinderbetreuung: Insgesamt 1514 Kinder würden in Krippen, Tagespflegeeinrichtungen, Kindergärten und Horten betreut - bei steigender Nachfrage nach Krippenplätzen. „Die Auslastung ist fast bei 100 Prozent. Derzeit können wir keine zusätzlichen Plätze für unter Dreijährige anbieten“, sagte Backeberg, denn „Die Aufgabe überfordert uns finanziell.“

Allein der jährliche Zuschussbedarf für die Betreuung liege bei 4,6 Millionen Euro. Für den Erhalt aller Schulformen im Gemeindegebiet kämen noch einmal 3,9 Millionen Euro hinzu. „Wenn wir finanziell gesunden wollen, brauchen wir Entlastung in diesem Bereich durch Bund und Länder“, forderte Backeberg: „Denn die Lösung kann doch nicht sein: So wenig Kinder wie möglich! Das wäre ein Offenbarungseid.“

Von Sandra Köhler

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