Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Keine Entwarnung für die Fuhse
Umland Uetze Nachrichten Keine Entwarnung für die Fuhse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:58 14.01.2016
Von Anette Wulf-Dettmer
Die Fuhse ist größtenteils von Naturschutzflächen oder extensiv bewirtschaftetem Grünland gesäumt. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Uetze

Das etwas mit der Wasserqualität des 92 Kilometer langen Flusses nicht stimmt, beobachtet auch Fischer Rolf Ewert aus Bröckel seit Jahren. „Wenn wir am Ufer einen Stein hochheben, da ist nichts mehr. Früher tummelten sich dort Flohkrebse und andere Kleinstlebewesen.“ Ewert ist beunruhigt, dass sich die Situation noch nicht gebessert hat, obwohl die Belastung mit Schadstoffen seit 2010 bekannt ist.

Damals war dem Landesbetrieb bei Routinekontrolle an den Messstellen in Wathlingen und Peine eine hohe Konzentration des Herbizidwirkstoffs Ethofumesat aufgefallen. Daraufhin wurde 2011 der gesamte Flusslauf untersucht. Das erschreckende Ergebnis: Die Fuhse ist in weiten Teilen weitgehend verödet.

Zwar habe sich seit 2011 die Konzentration von Ethofumesat und einiger anderer Einzelstoffe verringert. Doch für eine Entwarnung sei es zu früh, sagt Herma Heyken, Sprecherin der Landesbehörde: „Die Belastung im Allgemeinen ist nach wie vor vorhanden. Daher kann nicht von einer Verbesserung gesprochen werden.“ Denn der Verdacht, das Ethofumesat sei allein für die Verödung des Flusses verantwortlich, habe sich nicht bestätigt.

Eine Erklärung, wie und wo die Schadstoffe in solchen Mengen in den Fluss gelangen, kann die Behörde auch nach fast sechs Jahren nicht liefern. „Es fehlt an tiefergreifenden Untersuchungen“, so Heyken. Allerdings gibt es nach Angaben von Steffen Hipp, Ingenieur der Unterhaltungsverbände Untere und Obere Fuhse, nur ganz wenige Ackerflächen, die direkt an der Fuhse liegen. Zu 50 bis 70 Prozent ist der Fluss von Naturschutzgebieten, breiten Randstreifen, Gehölzen und extensiven Pferdeweiden gesäumt. Möglicherweise gelangt die Verschmutzung über Gräben, die Äcker weitab der Fuhse entwässern, in den Fluss.

Auch wenn die Ursachen der hohen Schadstoffbelastung nicht gefunden sind - Quellen können auch Kläranlagen sein - ist die Landwirtschaftskammer aktiv geworden. Sie hat inzwischen mehrere Hundert Landwirte in der Region geschult und beraten. Das Ziel: Der Eintrag von Dünger und Pflanzenschutzmittel in Oberflächenwasser soll vermieden werden. Zudem sind gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Naturschutz Flächenanalysen mit den dazugehörigen betrieblichen Parametern erstellt worden. Anhand der Ergebnisse wurden mit den Landwirten Konzepte erarbeitet, wie sie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ihren Feldern weiter verringern können.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Erwachsene Flüchtlinge in Hänigsen haben seit Anfang Dezember gute Chancen, die deutsche Sprache zu lernen. Sieben Freiwillige unterrichten seither ehrenamtlich im Dorftreff der benachbarten Kunstspirale.

13.01.2016

Mit großem Befremden hat die Eigentümerfamilie des Hauses Hauptstraße104, in dem bisher das Restaurant Mykonos griechische Speisen anbot, auf die Ankündigung des Wirtes Pawlos Fantidis reagiert, dass er sein Lokal wieder eröffnen wolle.

12.01.2016

Bei der Abfuhr der gelben Säcke hakt es gewaltig. Die ersten Abfuhrtermine in diesem Jahr hat die neue Firma Remondis in einigen Uetzer Ortsteilen verpatzt. Die Säcke blieben liegen und wurde auch an den nächsten Tagen nicht abgeholt.

Anette Wulf-Dettmer 12.01.2016