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Umland Uetze Nachrichten Südlink: Bauern fordern Nutzungsentgelt für Äcker
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18:51 16.11.2017
Auf einem Acker am Schwüblingser Kreisel stellen Landwirte ein großes Plakat auf, um ihre Forderungen zum Bau der unterirdischen Stromtrasse Südlink durch ihre Felder für die Allgemeinheit deutlich zu machen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Uetze/Burgdorf

 Seit Donnerstagabend steht ein großes Plakat – „Südlink: Ewige Belastung erfordert dauerhafte Zahlungen“ – auf einem Feld am Rande des Kreisels. Ähnlich der Konzessionsabgabe, die Kommunen für die Nutzung ihres Grund und Bodens für Versorgungsleitungen erhalten, wollen auch die Landwirte für die Nutzung ihrer Äcker entschädigt werden. Bislang sollen die privaten Grundeigentümer nur eine einmalige Entschädigungszahlung für die Nutzung ihrer Flächen erhalten. Doch die Beeinträchtigungen durch den Bau der unterirdischen bis zu 30 Meter breiten Leitungstrasse sind laut Holger Hennies, Vorsitzender des Landvolks Hannover, erheblich. „Sie ist ein richtiges Hindernis in der Feldmark, sodass Drainagen, Wirtschaftsstraßen sowie Beregnungsleitungen kaum erweitert oder umgelegt werden können.“

Dem Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt und der Landtagsabgeordneten Thordies Hanisch erläuterten Hennies und seine Berufskollegen zudem die negativen Auswirkungen der wärmeabgebenden Kabel vor allem auf den Kartoffelanbau, dem Hauptwirtschaftszweig der hiesigen Betriebe. Hoppenstedt versicherte, dass er einer realistischen Entschädigung d grundsätzlich positiv gegenüber stehe. „Aber der Strompreis darf nicht exorbitant steigen“, gab er zu bedenken. „Ein jährlicher Nachteilsausgleich, wie wir ihn fordern, würde pro Kilowattstunde Strom mit 0,04 Cent zu Buche schlagen“, konterte Hennies.

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Im Mittelpunkt aller Pläne zum Bau der Stromtrasse müsse der Schutz landwirtschaftlich genutzter Böden stehen, sagte Hennies. Dies gelte sowohl für die Planung des Trassenverlaufs als auch für die spätere Verlegung der Leitungen. Für die Bauarbeiten verlangen die Landwirte deshalb den Einsatz neuester Technologie, um die Schäden am Boden so gering wie möglich zu halten. Dazu gehöre auch, dass beispielsweise nach ergiebigen Regenfällen,  die Bauarbeiten ruhen bzw. verschoben werden müssen. Denn Schäden an der Bodenstruktur haben Auswirkungen für viele Jahre. „Wir sind ein gebranntes Kind“, erklärte der Schwüblingser Landwirt Carsten Fricke die Sorge seiner Berufskollegen. Denn für den Bau der ICE-Strecke sei den Landwirten auch viel versprochen worden, doch noch heute liegt Schotter von den Bauarbeiten auf den Äckern.  

Von Anette Wulf-Dettmer

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