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Umland Uetze Nachrichten Baustellenführungen im Bad sind begehrt
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15:53 08.01.2018
Was passier wie beim Umbau der Batze zum Biobad? Die Führer haben reichlich zu tun.
Was passier wie beim Umbau der Batze zum Biobad? Die Führer haben reichlich zu tun. Quelle: Sandra Köhler
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Uetze

 Wie genau funktioniert den eigentlich ein Biofilter? Muss der irgendwann wieder getauscht werden, weil er voller Schmutz ist? Kann man das Wasser denn auch beheizen, obwohl kein Chlor mehr verwandt wird? Ungezählte Fragen zum Umbau des Uetzer Freibads in ein Naturerlebnisbad hatten die zahlreichen Besucher am Sonntag beim Tag der offenen Baustelle in der Badesanstalt. Weil Erklären an Ort und Stelle am Besten funktioniert, hatten die fünf Führer, die kleine Gruppen über das Gelände führten, alle Hände voll zu tun. Um 11 Uhr ging es los mit der Aktion, zu der Genossenschaft und Förderverein eingeladen hatten, um 12 Uhr waren bereits  zehn Führungen absolviert - und die Schlange der Interessierten riss nicht ab. 

Hier zeigt Dennis Brandes die alten Filter für die Schwimmbecken, die nun nicht mehr benötigt werden. Quelle: Sandra Köhler

„Ich bin 58 Jahre alt, genau wie das Bad, und komme von Kindheit an hierher“, sagt Monika Husemann. So ganz detailliert habe sie es sich nicht vorstellen können, wie das mit dem Umbau zum Naturerlebnisbad funktionieren solle, gab die Uetzerin zu.  Und als sie Fotos sah, die Klaus Finger mit der Drohne vom Freibad gemacht hatte „und alles so grün war und intakt und schön“- da sei ihr schon ein wenig bange geworden, dass das alles zur Baustelle werden sollte. „Deswegen wollte ich heute auch unbedingt vorbeikommen.“ Jetzt freue sie sich auf den Sommer, wenn sie das Bad mit ihren Enkelkindern besuchen könne. 

Der Keller soll am 19. Januar gestrichen werden, es werden noch Helfer gesucht. Quelle: Sandra Köhler

„Hoffentlich gibt der Sommer in diesem Jahr dafür so richtig was her“, ergänzt Angela Kruse. Auch sie kommt regelmäßig zum Schwimmen in die Batze - und wollte bei der Baustellenbesichtigung erfahren, welche Veränderungen gibt. Die beschrieb Dennis Brandes ausführlich - und ließ sich auch auf die eine oder andere Neckerei aus Seiten der Zuhörer ein. Besonders beeindruckt waren die Männer von der nun teilweise ausrangierten Technik im Keller des Schwimmmeistergebäudes. Die alten imposanten Filter, die Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken gereinigt hatten, liegen noch dort. „Wenn du deinen Ehering suchst, weißt du ja, wo du nachgucken musst“, wurde angesichts ihrer gefrotzelt.

Ob man das Wasser denn auch ohne Chlor heizen könne, wollte eine Besucherin wissen. „Ja, wir können bis 25 Grad Celsius heizen, darüber müssen wir kaltes Wasser zuführen“, erklärte Brandes und räumte mit einem Irrtum auf: „Im Kombibecken wird es keine Pflanzen geben. Der Schilf ist lediglich Teil des Biofilters. Und der ist ein Becken für sich.“ Die Pflanzen, die gemeinsam mit mehreren Schichten Kies und Mikroorganismen für die Sauberkeit im Becken sorgen sollen, müssten aber nach der Saison zurückgeschnitten werden, damit sie neu austreiben könnten. 

Da kommt normalerweise kein Besucher hin: Im Keller befindet sich die Heizung, mit der auch künftig das Wasser erwärmt wird. Quelle: Sandra Köhler

Auch nach dem Umbau des Beckens kämen die Schwimmer zu ihrem Recht, sagte Brandes. Zwar wird es dann nur noch drei 50-Meter-Bahnen geben, die anderen sind lediglich 30 Meter lang. Die neue Breitwellenrutsche erhält ein eigenes Auslaufbecken, „sodass die Schwimmer nicht gestört werden“. Auch wenn die alten Startblöcke gerettet wurden und als Sitzgelegenheiten zum Einsatz kommen sollen: Neue schicke Sessel aus Holz wird es dank einiger Sponsoren auch geben. Aus dem vorgeschlagenen Wellnessbereich und dem Umbau des Gebäudes, in dem die Kasse ist, werde aber vorerst nichts: „Irgendwann ist das Geld auch einmal alle“, dämpfte Brandes die nur so sprudelnden Ideen. 1,5 Millionen Euro kosten die Umbaumaßnahmen, die dank des guten Wetters vor dem Zeitplan sind. Wer sich selbst beteiligen will: Am 19. Januar soll ab 13 Uhr der Keller gestrichen werden, Freiwillige sind gern gesehen. 

Von Sandra Köhler