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16:28 17.01.2018
Rudolf Baumeister (links) und Thomas Degro zeigen das Werbeschild, das die Teerkerle restaurieren wollen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Hänigsen

 Im Frühjahr wollen die Teerkerle des Hänigser Heimatbunds die Ausstellung im Hänser Teermuseum Besuchern in neuem Glanz präsentieren. Nachdem sie die Sturmschäden auf dem Freigelände beseitigt haben, nutzen sie den Winter, um die Sammlung im kleinen Ausstellungsgebäude auf dem Kuhlenberg aufzupeppen.

„Wir haben ein Modell der berühmten Bohrung Mohr 3 bei Oelheim bekommen“, berichtet Rudolf Baumeister, einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Teermuseums. Das Modell wollen die Teerkerle restaurieren. Der Originalbohrturm wurde 1881 aufgestellt. Er habe einen Ölrausch in dem kleinen Ort bei Edemissen (Landkreis Peine) ausgelöst, erzählt Baumeister. Der Boom sei schon nach wenigen Jahren wieder zusammengebrochen.

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„Das Werbeschild der Deutschen Vakuum Aktiengesellschaft für ihr Motoröl der Marke Gargoyle, das vor der Eingangstür hängt, wollen wir vor dem Verfall bewahren. Es wird, soweit es geht, aufgearbeitet und neu versiegelt, damit keine weitere Feuchtigkeit unter die Plexigalsscheibe dringen kann“, kündigt Baumeister an

Die Teerkerle haben den Fundus des Museums noch einmal gesichtet. Dabei sind sie auf ein Foto von der Förderung im sogeannten Schlemmbetrieb im Forstort Brand und eine Bilderserie der eruptiven Förderung der Erdölwerke Hannover bei Nienhagen im Jahr 1923 gestoßen. Bei einer eruptiven Förderung gerate die Ölgewinnung außer Kontrolle und das Erdöl schieße auf dem Bohrloch, erläutert Teerkerl Thomas Degro. Auf den Bildern ist um das Bohrloch herum ein Ölsee zu sehen, den die Arbeiter mit Erdwällen eingedämmt haben.

„Das Ölfeld Forstort Brand befand sich in unmittelbarer Nähe des Kuhlenbergs“, sagt Degro. Um im Waldgebiet Brand Öl zu fördern, habe man Bäume gefällt. „Heute ist alles rekultiviert“, weiß Degro

Modelle von Pumpen und Fördertürmen haben die Teerkerle vor die dazugehörenden historischen Aufnahmen gestellt. „Wir sind dabei, alles chronologisch zu ordnen, um die technische Entwicklung an den Modellen und Fotos zu verdeutlichen“, berichtet Degro. Außerdem wollen die Museumsmitarbeiter einige Exponate neue beschriften.

Thomas Degro steht neben Modellen, die die Teerkerle hostorischen Fotos zugeordnet haben. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Für das Freigelände haben wir neue Schilder anfertigen lassen“ , berichtet Degro. Zum Beispiel sei das Schild zur Bohrstelle Dachtmissen 8 unleserlich geworden.  Die Pumpe dieser Bohrstelle steht auf dem Ausstellungsgelände.

Rudolf Baumeister hält eines der neuen Schilder für das Freigelände in den Händen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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