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Umland Uetze Nachrichten Landwirte wollen Grünes Klassenzimmer bauen
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00:34 21.06.2018
Claudia Königsmann (links) und ihr Mann Holger Hennies (rechts daneben) zeigen den Besuchern die Stelle, an der das Grüne Klassenzimmer auf dem Mitmachhof gebaut werden soll.
Claudia Königsmann (links) und ihr Mann Holger Hennies (rechts daneben) zeigen den Besuchern die Stelle, an der das Grüne Klassenzimmer auf dem Mitmachhof gebaut werden soll. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Schwüblingsen

Lieber heute als morgen würden Holger Hennies und seine Frau Claudia Königsmann auf ihrem Mitmachhhof mit dem Bau eines Unterrichtsgebäudes – Grünes Klassenzimmer genannt – beginnen. „Der Bauantrag liegt bei der Region Hannover. Wir warten auf die Baugenehmigung“, hat Hennies Mitgliedern der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue und Mitarbeitern des Amtes für regionale Landesentwicklung während eines Besuchs in Schwüblingsen berichtet. Die Gäste haben sich während einer Rundreise über Projekte in der Leader-Region informiert.

Das Landwirtspaar will das Grüne Klassenzimmer bauen, um das pädagogische Angebot auszuweiten. Immer mehr Schulklassen und Kindergartengruppen kommen laut Hennies auf den Mitmachhof, um etwas über die Landwirtschaft und Kräuter zu erfahren. „Das läuft im Sommer gut“, sagte der Landwirt. Weil das Bildungsangebot im Freien stattfindet, sei es ein Saisongeschäft. Um jedoch eine pädagogische Fachkraft fest einstellen zu können, müssten die Gruppen das ganze Jahr über kommen. „Deshalb wollen wir ein festes Gebäude bauen“, sagte Hennies. Darin soll für einen Unterrichtsraum, einen Hofladen und eine Küche Platz sein. In der Küche sollen die Kinder kochen können. Außerdem sind behindertengerechte Toiletten geplant. „Wir brauchen auch Lagermöglichkeiten“, sagte Hennies. Im Laufe der Zeit habe sich viel Unterrichtsmaterial angesammelt.

Weil der Bauantrag noch nicht genehmigt ist, wird der Neubau wohl nicht mehr vor dem Winter fertig. „Wir würden gern noch in diesem Jahr anfangen“, sagt Hennies. Dann könnten bis zum Winter zumindest die Versorgungsleitungen gelegt und die Bodenplatte gegossen werden.

Die LAG-Mitglieder und die Mitarbeiter des Landesamts haben auf dem Mitmachhof vorbeigeschaut, weil Zuschüsse aus dem Leader-Förderprogramm der EU 32 Prozent der Baukosten in Höhe von rund 225.000 Euro abdecken sollen. Weitere acht Prozent soll die Region Hannover aus ihrem Kofinanzierungsfonds beisteuern. „Wir warten noch auf die Genehmigung der Kofinanzierung durch die Region“, sagte Gudrun Viehweg, Managerin der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue. Das Geld aus dem Leader-Programm fließe nur, wenn auch die Region Hannover das Vorhaben fördere.

Königsmann und Hennies stellten auch die übrigen Standbeine des Mitmachhofs vor. Für den Reitbetrieb stehen 13 Schulpferde zur Verfügung. Kinder können mit ihren Freunden auf dem Bauernhof ihren Geburtstag feiern. Außerdem gehören Bauernhoferlebnistage zur Angebotspalette. Regelmäßig beteiligt sich der Mitmachhof am Feriencardprogramm der Gemeinde Uetze.

Blaues Haus: Nicht nur Probleme beim Brandschutz

Bei der Übertragung des Blauen Hauses von der Gemeinde an den Dollberger Heimatvereins harkt es nicht nur beim Brandschutz. Schwierigkeiten bereite auch, dass das Blaue Haus, der benachbarte Kindergarten, das Siedlerheim und das ehemalige Schützenheim an denselben Versorgungsleitungen angeschlossen seien. Das berichtete Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg seinen Kollegen aus der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue.

Bezüglich des Brandschutzes prüft die Verwaltung laut Backeberg, ob es sinnvoll ist, eine verbundene Brandmeldeanlage im Blauen Haus und im Kindergarten zu installieren. Diesen Vorschlag habe die Bauaufsicht gemacht. Die Aufsichtsbehörde hatte beanstandet, dass der Abstand zwischen dem Blauen Haus und dem Kindergarten nach der neuen Brandschutzverordnung zu gering sei, wenn das Grundstück geteilt werde.

Das Blaue Haus ist nach dem Zweiten Weltkrieg als Behelfsschule gebaut worden – aus Holz. Der Heimatverein will für den Umbau zum Vereinsheim Geld aus dem Leader-Förderprogramm der EU haben. Deshalb hat sich die LAG gemeinsam mit Mitarbeitern des Landesamts für regionale Landesentwicklung das Holzgebäude ebenso wie den Mitmachhof in Schwüblingsen angesehen. Weitere Stationen während der Bereisung waren die Freibäder in Uetze und Hänigsen, die Nicolaikirche in Obershagen, die Naturkontaktstation und das ehemalige Küsterhaus in Wathlingen sowie der Ortskern Wienhausens.

Die Uetzer Badgenossenschaft bekommt 97.000 Euro nach der sogenannten Zile-Richtlinie für die neue Breitwellenrutsche und die Umgestaltung des Planschbeckens. Mit einem Leader-Zuschuss hat die Hänigser Badgenossenschaft ihr Schwimmerbecken saniert. Die Obershagener Nicolaikirche soll in ein Gemeindezentrum umgebaut werden. „Sie wollen im Herbst 2019 einen Antrag stellen“, sagt Gudrun Viehweg, Managerin der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller