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00:15 27.09.2016
Helmuth Schnieber ist Vorsitzender des Vereins Die Selbstzünder und liebt rare Traktoren. Bei Treffen in Hänigsen zeigt er seinen 60 Jahre alten luftgekühlten Eicher Diesel. Quelle: Sandra Köhler
Hänigsen

Die meisten Besitzer alter Traktoren haben eine intensive Bindung zu ihrem Gefährt, hinter der jeweils eine ganz eigene Geschichte steckt. So ist es auch beim Vorsitzenden des Vereins Die Selbstzünder, Helmuth Schnieber: Eigentlich, sagt Schnieber, sei die Sammelwut seines Vaters schuld an seiner Leidenschaft für alte Schlepper. „Der hat Autoprospekte gesammelt. Da wollte ich was Eigenes. Und weil wir häufig auf dem Bauernhof waren, habe ich mit Treckerprospekten begonnen. Da war ich zehn Jahre alt“, erinnert sich der in Hannover wohnende Selbstzünder-Boss.

Als 23-Jähriger ließ er dann das Papier hinter sich und kaufte den ersten Traktor, einen Hanomag R25. „Den habe ich jahrelang gehabt, aber dann wieder verkauft, weil ich von dem Geld zwei andere erwerben konnte“, sagt Schnieber. Er tauschte den Hanomag gegen einen Deuliewag und einen Wesseler. Mittlerweile nennt er ein Dutzend Trecker sein Eigen, vorzugsweise rare Exemplare: „Ich habe ein Faible für Exoten. Die Hälfte ist so weit instand gesetzt, dass man sie auf Treffen zeigen kann.“

Das macht der gelernte Elektriker gern und häufig. Wenn es passt, verbindet er diese Ausflüge mit Besuchen bei Treckerfreunden in ganz Deutschland. Die Szene hält zusammen. Sei es, weil einer wie Schnieder mit seinem maximal 30 Stundenkilometer schnellen Liebling unterwegs ist und eine Übernachtungsmöglichkeit braucht. Oder weil etwas kaputt gegangen ist, das unterwegs nicht zu reparieren ist. Denn die dann erforderlichen Ersatzteile sind bisweilen auch auf einem umfangreichen Teilemarkt wie dem in Hänigsen einfach nicht aufzutreiben.

„Das Tolle an den alten Schleppern wie FAMO oder diesem 60 Jahre alten luftgekühlten Eicher Diesel mit 16 PS ist, dass man viel selber machen kann“, sagt Schnieber, der auch Regionalvertreter im Bundesverband Historische Landtechnik Deutschland ist. „Ich bin mal liegen geblieben, weil die Batterieabdeckung wegen einer fehlenden Schraube verrutscht war. Das konnte ich während der Fahrt beheben. Die Schlepper, die die jungen Leute fahren, haben schon viel Elektronik, die unter Umständen ausgelesen werden muss. Da wird es dann auch mit den Teilen schwieriger werden. Das Ganze ist im Umbruch.“

Wenn Schnieber mit seinem insgesamt nur 16 000-mal gebauten Eicher unterwegs ist, wird es mitunter sehr ungemütlich: „Ich habe zwar ein Dach dafür, aber ohne sieht er einfach besser aus. Ich bin mal in den Regen gekommen und war so nass, dass ich hinterher meinen Führerschein auf die Wäscheleine gehängt habe.“

Mit einem Lanz Bulldog, Traum vieler Schlepper-Fans, kann man Schnieber nicht hinter dem Ofen hervorlocken. „Ich schau sie mir an, aber haben muss ich keine. Reizen würde mich eine Straßenzugmaschine, mit der ich mit dem Schlepper zu Treffen fahren kann, die weiter weg sind. Und weil die drei Plätze hat, könnte ich auch meine Familie mitnehmen.

Fotostrecke Uetze: Lieber Exoten als einen Lanz Bulldog

Von Sandra Köhler

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