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Uetze Regenmangel: Spreewaldseen drohen auszutrocknen
Umland Uetze

Regenmangel: Uetzer Spreewaldseen drohen auszutrocknen

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18:30 27.09.2019
In den Uetzer Spreewaldseen ist kaum noch Wasser. Quelle: Felix Homrighausen
Uetze

„Ich wohne seit 15 Jahren an den Spreewaldseen. So niedrig wie in diesem Jahr war der Wasserstand noch nie“, sagt Felix Homrighausen aus Uetze. Die Seen sind nach dem heißen Sommer mit wenig Regen fast vollständig ausgetrocknet. Das bereitet dem Uetzer große Sorgen. Für ihn stellt sich die Frage, ob momentan bei einem Feuer genügend Löschwasser zur Verfügung stünde. Ähnlich äußert sich der frühere Ortsbürgermeister Hartmut Schulte zu der Situation: „Im Brandfall wäre derzeit die Löschwasserentnahme aus dem See nicht gesichert.“

An mehreren Stellen stehen in der künstlich angelegten Insel- und Seenlandschaft Armaturen, die denen eines Feuerlöschbrunnens gleichen und an die die Feuerwehr ihre Pumpen und Schläuche anschließen kann. Von den Armaturen führen Rohre in die Seen. Am Ende der Rohre sind Filterkörbe angebracht.

Rohre haben keine Verbindung mehr mit dem Wasser

„Die Filterkörbe sind mir erst im vorigen Jahr aufgefallen“, berichtet Homrighausen. Weil auch damals schon der Wasserstand niedrig gewesen sei, habe er sie entdeckt. Da hätten die Rohre aber noch Verbindung zum Wasser gehabt. Gegenüber 2018 sei der Wasserspiegel jetzt noch einmal um rund 35, wenn nicht sogar 50 Zentimeter gefallen, sagt Homrighausen. „Die Seen sind so gut wie trocken“, pflichtet ihm Peter Schillhofer, ebenfalls Spreewaldseen-Anwohner, bei. Die Folge des extrem niedrigen Wasserstands: Die Rohre und die Filterkörbe reichen nicht mehr ins Wasser.

Dieses Rohr mit Filterkorb einer Löschwasserentnahmestelle liegt auf dem Trockenen und hat keinen Kontakt zum Seewasser (vorn). Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Feuerwehr ist auf Wasser aus dem See nicht angewiesen

Nach Auskunft des Gemeindesprechers Andreas Fitz ist die Löschwasserversorgung trotzdem gesichert. Die Feuerwehr Uetze habe drei Autos mit einem Wassertank. So stünden nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle sofort 6600 Liter für die Brandbekämpfung zur Verfügung. „Wenn diese für die Brandbekämpfung nicht ausreichen, wird eine Wasserversorgung aufgebaut“, sagt Fitz. Dafür könne die Feuerwehr die 13 Unterflurhydranten im Spreewaldseengebiet nutzen. Sie sind direkt an die Trinkwasserleitung angeschlossen.

Auf die Löschwasserentnahmestellen sei die Feuerwehr somit nicht angewiesen, betont Fitz. Die Entnahmestellen seien gebaut worden, um schnell und bequem Zugriff auf Löschwasser aus den Seen zu haben. Die Feuerwehrleute könnten mit ihren Pumpen und Saugschläuchen auch Löschwasser direkt aus den Seen fördern. „Wenn da genügend Wasser vorhanden ist“, fügt Fitz hinzu.

Die Spreewaldseen werden hauptsächlich mit Oberflächenwasser gespeist. Sie sind das Regenrückhaltebecken für die Ortschaft Uetze. Über Gräben gelangt das Regenwasser aus dem Ort in die künstlich angelegten Seen. „Der Untergrund ist sandig“, sagt Schillhofer. Da versickere Wasser schneller als bei lehm- und tonhaltigen Böden. Außerdem sei in den vergangenen heißen Sommern die Verdunstung sehr hoch gewesen, sagt er.

Reiher machen derzeit leichte Beute

Trotz des extrem niedrigen Wasserstands ist nach den Worten des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander ein Fischsterben ausgeblieben. Schulte hat nach eigenen Angaben in diesem Jahr zwei tote Fische gesehen. „Das ist normal“, sagt er. Weil kaum noch Wasser in den Seen ist, machen Grau- und Silberreiher leichte Beute. Laut Zander sind andere Gewässer wie die Laichbiotope für Amphibien sogar ganz ausgetrocknet. Der Grund sei der gesunkene Grundwasserspiegel.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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