Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Uetze Strom aus erneuerbarer Energie: Uetze ist Spitzenreiter der Region – trotzdem kann die Gemeinde mehr tun
Umland Uetze

Strom aus erneuerbaren Energien: Uetze ist Spitzenreiter der Region – trotzdem muss die Gemeinde mehr tun

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:17 27.09.2019
Auf dieser Baustelle östlich der Landstraße Uetze-Dollbergen will die Firma Turbowind Energie ein neues Windrad aufstellen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

In Sachen Klimaschutz muss sich die Gemeinde Uetze nicht hinter anderen Kommunen in der Region Hannover verstecken – vielmehr belegt sie einen Spitzenplatz. Gleichwohl sieht Rike Arff, Leiterin der Klimaschutzleitstelle der Region Hannover, noch Stellschrauben, an denen die Kommunalpolitiker drehen können, um die Energieproduktion aus regenerativen Quellen zu erhöhen.

Den Mitgliedern des Uetzer Ratsausschusses für Verkehr, Umwelt und Planung gab Arff, die die Energie- und Kohlendioxidbilanz 2015 für Uetze vorstellte, gleich mehrere Ratschläge mit auf den Weg. Die Bilanz liegt erst in diesem Jahr vor, weil sich die Auswertung der Verkehrsdaten verzögerte. Arff riet der Politik, die Nutzung der Windenergie weiter auszubauen.

Nach Arffs Angaben lag bereits 2015 die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Gemeindegebiet 15 Prozent über dem dortigen Stromverbrauch. „Inzwischen sind Sie bei einer Versorgung von 165 Prozent. Damit sind Sie Spitzenreiter in der Region“, sagte Arff. In der Region lag die Quote 2015 nur bei 16 Prozent und in den Umlandkommunen bei 35 Prozent. Die Windräder produzieren in Uetze den Löwenanteil an erneuerbarer Energie.

Stromerzeugung für Eigenverbrauch rechnet sich

Ausbaupotenzial sieht Arff in Uetze auch bei Nutzung der Sonnenenergie. „Wir brauchen noch viel mehr Solaranlagen“, sagte die Regionsmitarbeiterin. Die Stromerzeugung für den Eigenverbrauch rechne sich. „Auch Solarthermie ist eine gute Sache.“ Für die Solarthermie habe die Region eine Förderrichtlinie aufgestellt.

Arff ist aufgefallen, dass es in Uetze sehr viele Ein- und Zweifamilienhäuser gibt. Da könne man in die Energieeffizienz investieren. Für eine energetische Sanierung gebe es ebenfalls Fördermittel. „Wir haben in Uetze noch einen hohen Anteil an Ölheizungen“, stellte Arff fest. Sie empfahl, Wärmekonzepte für Wohnquartiere zu entwickeln. Bei der Planung von Neubaugebieten sollte „eine fossilfreie Wärmeversorgung“ das Ziel sein.

Frank Hacke, Leiter des kommunalen Eigenbetriebs Gebäudeservice und Bauhof, kritisierte an diesem Abend, dass die Kommunen von vielen Förderprogrammen ausgeschlossen seien, obwohl sie beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle übernehmen sollen.

7,4 Tonnen Kohlendioxid im Jahr pro Einwohner

2015 betrug der Ausstoß an Treibhausgasen 154.000 Tonnen Kohlendioxidäquivalent (neben Kohlendioxid zählen zum Beispiel auch Methan und Lachgas zu den Treibhausgasen). Mit 7,4 Tonnen je Einwohner liege Uetze im Mittelfeld der Region Hannover, berichtete Arff. 43 Prozent der Emissionen entfielen auf die Wirtschaft (in der Region Hannover 44 Prozent), 23 Prozent auf die Haushalte (Region 26 Prozent), 20 Prozent auf die Landwirtschaft (5 Prozent) und 14 Prozent auf den Verkehr (24 Prozent). Auffallend sind laut Arff der hohe Anteil der Landwirtschaft und die relativ geringe Quote des Verkehrs. Der Anteil der Landwirtschaft erklärt sich nicht zuletzt damit, dass es in der Gemeinde noch viele Bauernhöfe gibt. Allerdings tun die Landwirte auch einiges für den Klimaschutz, zum Beispiel betreiben sie Biogasanlagen und investieren in Windräder.

Kritik: Bilanz erfasst nicht alle Emissionen

„Sie haben das Glück, hier keine Autobahn zu haben“, sagte Arff mit Blick auf den Anteil des Verkehrs an der der Kohlendioxid-Bilanz. Hier setzte die Kritik der SPD-Ratsfrau Thordies Hanisch an: Uetzer Autofahrer seien auch außerhalb des Gemeindegebiets unterwegs. Die dort erzeugten Emissionen seien in der Bilanz nicht erfasst. Ebenso bleibe der Konsum unberücksichtigt. Wenn Kleidung in Asien hergestellt werde, entstünden dort Emissionen. „Das zeigt, wie komplex das Thema ist. Man muss global denken“, pflichtete ihr Georg Beu (Grüne) bei.

Lesen Sie auch:

Senvion-Insolvenz verzögert Aufrüstung des Windparks Uetze-Süd

Nur wenige Hausbesitzer an den Spreewaldseen nutzen kostenlose Energieberatung

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Ein gefährlicher Eingriff in die Betriebssicherheit eines Autos beschäftigt derzeit die Polizei in Uetze. Bei einem Opel Corsa, der in Hänigsen geparkt war, wurden die Radbolzen eines Vorderrads gelöst. Das hätte einen schweren Unfall verursachen können.

26.09.2019

Käserei, Bäckerei, Schlosserei, Schneiderei – das alles gibt es nicht mehr in Uetze-Dedenhausen. Der frühere Ortsbürgermeister Hans-Heinrich Bolten erzählt bei einem Rundgang, wie sich das Dorf seit 1957 verändert hat.

25.09.2019

Das wird wieder ein Spektakel: Das Schweinetrogrennen im Hänigser Freibad Ende September zählt zu den Gaudi-Höhepunkten in der Gemeinde Uetze. Dabei paddeln Viererteams in Brennetrögen um die Wette.

25.09.2019