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Uetze Hänigser Kunstspirale: Arabische Kalligrafie mahnt zum Frieden
Umland Uetze

Uetze: Arabische Kalligrafie in Kunstspirale mahnt zum Frieden

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12:18 09.06.2019
In ihren Bildern vereint Manal El-Sawi Schrift und Kultur Ägyptens mit persönlichen Naturdarstellungen. Quelle: Sandra Köhler
Hänigsen

Arabische Schriftzeichen: Die sind für die, die die Sprache nicht beherrschen, dekorativ, doch ein Buch mit sieben Siegeln. Eines davon bricht Manal El-Sawi mit ihrer Ausstellung „Arabische Kalligrafie: Schrift & Bild verschmelzen“ auf. Auf ihren Bildern in der Kunstspirale Hänigsen kombiniert sie diese Schrift mit Naturdarstellungen, Strukturen und Effekten. So schlägt sie die Brücke zwischen Ägypten und Deutschland, ruft auf zu Toleranz und Frieden.

Vom Buch, das die Form des arabischen Wortes aufnimmt bis hin zu komplexen Bildern mit Themen wie Frieden: Besucher können die Entwicklung von Manal El-Sawis Kalligrafiekunst miterleben.

Ein Olivenbaum als Symbol für Frieden, im Stamm die Namen aller Kontinente in arabischen Schriftzeichen. „Alle sind eingebettet in den Friedensprozess“, erklärt die Künstlerin, die Germanistik in Kairo und internationales Projektmanagement in Cambridge studierte. Doch wer genau hinsieht, entdeckt Löcher im Stamm. „Wir müssen aufpassen, dass die nicht immer größer werden“, sagt El-Sawi nachdenklich.

Sprache und Schrift vermitteln Kultur

„Bilder müssen eine Botschaft haben“, sagt die vor Energie sprühende Frau. Und sie sagt auch: „Es ist wichtig, seine Wurzeln zu kennen und sie nicht zu vergessen. “ So kam die in Berlin geborene Ägypterin, die seit 2015 in Hänigsen lebt, zur Kalligrafie. Sie wollte ihren beiden Töchtern genau deshalb Arabisch beibringen. Beide Kulturen vorstellen, damit sie ihren eigenen Platz suchen können und nicht Wanderer zwischen den Welten bleiben. Einen ähnlichen Weg beschreitet El-Sawi auch beruflich: mit Geflüchteten als Integrationsberaterin für das Burgdorfer Mehrgenerationenhaus. „Aber meine Töchter Nouran und Miriam hatten mal mehr, mal weniger Lust dazu“, erinnert sich El-Sawi. Wie wichtig es ist, eine Sprache gut zu sprechen, um die Kultur zu verstehen, weiß sie selbst: „Meine Mutter, meine Zwillingsschwester und ich sind Ende der Siebzigerjahre von Berlin nach Ägypten gezogen. Ich sprach nicht gut arabisch, habe Nachhilfe erhalten, um meinen Mitschülern folgen zu können.“ Doch sie boxte sich durch, legte auf der Deutschen Evangelischen Oberschule in Kairo ihr ägyptisches Abitur ab.

Arabischunterricht für Kinder war der Anfang

Zurück zum Unterricht: Sie überlegte, wie sie ihre malbegeisterten Kinder motivieren könne. Mit Ausmalbildern arabischer Buchstaben. Die gab es nicht – also fertigte El-Sawi sie selbst an, gestaltete weitere Materialien. In der Konzeption von Unterricht kannte sie sich aus: Hatte sie doch sieben Jahre lang in Kairo für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) an einem Projekt mitgearbeitet, das die Duale Ausbildung der Berufsschulen in Ägypten einführte. Der Arabischunterricht begann – mittlerweile bietet sie ihn für Kinder sowohl in Hänigsen als auch in Burgdorf an.

Kalligrafie baut Brücken und mahnt zur Toleranz

Dabei stellte sie fest: Das Schönschreiben macht mir Spaß. Bei Veranstaltungen für das JohnnyB. schrieb sie Namen in arabischer Schrift – und erlebte die Begeisterung anderer. Dann stellte sie die Ähnlichkeit zwischen der Form einzelner Buchstaben mit Gegenständen und Tieren fest und gestaltete Werke, in denen sie Wörter so auch für Nicht-Arabisch-Könner verständlich machte. Die Werke nahmen an Komplexität zu. Mittlerweile reichert sie die Buchstaben mit Strukturen und verschiedene Farben an, um die Aussage ihrer Bilder zu verstärken. „Das ist etwas, was es in der arabischen Schrift eigentlich nicht gibt. Das ist ganz meins“, sagt El-Sawi, die für ihre Ausstellung nächtelang fieberhaft arbeitete.

Die Ausstellung „Arabische Kalligrafie: Schrift & Bild verschmelzen“ ist noch bis zum 16. August in während der Öffnungszeiten der Kunstspirale, Mittelstraße 2, geöffnet: Montag von 9 bis 11 Uhr, Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr.

Von Sandra Köhler

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