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Uetze Bauern erwarten hohe Ertragseinbußen beim Wintergetreide
Umland Uetze

Uetze: Bauern erwarten hohe Ertragseinbußen beim Wintergetreide

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13:05 12.07.2019
Die Getreideernte ist bei der aktuellen Trockenheit eine staubige Angelegenheit. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Vor allem die Hitzetage Ende Juni und der Regenmangel setzen dem Getreide auf den Feldern rund um Uetze stark zu. Die Wintergerste ist bereits notreif, was bedeutet, die Pflanzen konnten die Körner in den Ähren nicht voll entwickeln. Eine Folge der Notreife: Die Getreideernte hat wie schon im vorigen Jahr bereits Ende Juni begonnen. Normalerweise sind die Mähdrescher erst ab Mitte Juli auf den Feldern im Einsatz.

Die ersten Landwirte haben bereits den Braugersteanbau – bislang ein wichtiger Betriebszweig auf den Höfen rund um Uetze und Burgdorf – eingestellt. Stattdessen setzen sie das ihnen zur Verfügung stehende Grundwasserkontingent für die künstliche Beregnung vorrangig auf den Kartoffeläckern ein. Im zehnjährigen Mittel dürfen die Bauern in der Region Hannover ihre Felder im Jahr mit 80 Litern Grundwasser pro Quadratmeter beregnen. Während der Hänigser Landwirt Hauke Schmidt seine Wintergerste normal beregnet hat, hat sein Uetzer Berufskollege Henning Schumacher auf die Beregnung verzichtet. „Das Wasser wollte ich für Zuckerrüben und Mais aufsparen“, sagt er.

„Aufgrund der Dürre haben wir schon im vorigen Jahr entschieden, keine Braugerste anzubauen, weil dafür kein Wasser da ist“, sagt Bernd Gellermann aus Dedenhausen. Stattdessen habe er in diesem Jahr auf 100 Hektar Grünroggen für eine Biogasanlage angebaut. Den müsse er weniger beregnen. So stehe ihm mehr Grundwasser für die Kartoffeln zur Verfügung. Der Uetzer Heinrich Diederichs hat den Getreideanbau sogar ganz aufgegeben. Er nutzt sein Wasserkontingent für Kartoffeln und Gemüse. Betriebe, die dem Kartoffelanbau Priorität einräumen, müssen sich wegen der Bodengesundheit nach Alternativen zur Braugerste umsehen.

Die Wintergerste ist notreif. Sie hat nur kleine Körner gebildet. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Wegen des Wetters dreschen die Landwirte, die nach wie vor Getreide anbauen, bereits jetzt die Wintergerste – etwa 14 Tage früher als üblich. „Die Wintergerste ist wegen der hohen Temperaturen und der Trockenheit früh abgereift“, sagt Heinrich Wrede aus Uetze. Nicht nur jetzt, sondern schon im Winter und in der Vorsommerzeit habe es zu wenig geregnet. Außerdem entziehe der stetige Wind dem Boden Feuchtigkeit. Insbesondere die Trockenheit wirke sich negativ auf den Ertrag aus. Die Ähren der Wintergerste haben laut Wrede außerdem unter den beiden Frostnächten im Mai gelitten. Das habe ebenfalls den Ertrag gemindert. Statt der üblichen 75 bis 80 Doppelzentner pro Hektar habe er nur 65 geerntet.

„Es ist eher noch ein bisschen weniger. Und die Qualität passt auch nicht“, sagt sein Berufskollege Schumacher. Er wollte seine Wintergerste als Braugerste an Mälzereien verkaufen. Doch die Qualität reicht nur für Futtergetreide. Dafür bekommt er deutlich weniger Geld.

Nach Hauke Schmidts Angaben ist zwar das Korn reif, jedoch nicht das Stroh. Das mache das Dreschen schwieriger. Er müsse mit dem Mähdrescher langsam fahren, damit dieser alle Körner aus den Ähren schüttele und keine Körner an den Halmen kleben bleiben. Wenn es in den nächsten Tagen kräftig regne oder gewittere, drohten die Ähren abzubrechen, erklärt der Hänigser Landwirt die schwierige Situation auf den Getreidefeldern. Vor etwa 14 Tagen sei ein Hagelschauer über Teile der Hänigser Gemarkung hinweggezogen und habe die Wintergerste in Mitleidenschaft gezogen. Eine Versicherung habe die Ertragseinbußen auf acht bis zwölf Prozent geschätzt, berichtet Schmidt.

Die gedroschene Wintergerste wird zum Abtransport auf Anhänger verladen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Die Landwirte befürchten, dass bei anhaltender Trockenheit auch die übrigen Getreidearten notreif werden. „Die Pflanzen stehen in der prallen Sonne. Sie verbrennen regelrecht bei dieser Witterung“, erklärt Schmidt. Man müsse abwarten, ob es zu weiteren Ertragseinbußen kommt, sagt Wrede. Für Schumacher stellt sich die Frage, ob die Sommergerste Braugerstenqualität haben wird und die Mühlen den Weizen zu Mehl zum Backen verarbeiten können.

Raiffeisen-Geschäftsführer: Braugerste bleibt wichtige Frucht

Die Braugerste wird eine wichtige Einnahmequelle für die landwirtschaftlichen Betriebe im Raum Uetze bleiben. Diesen Standpunkt vertritt Cord Bösch, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenosssenschaft (RWG) Osthannover. Die RWG vermarktet für ihre Mitglieder das geerntete Getreide. Die leichten Böden rund um Uetze eignen sich nach seinen Worten gut für den Braugersteanbau. Denn die Landwirte kämen dort mit wenig Pflanzenschutzmitteln aus. Für die Braugerste spricht auch, dass sie sich gut in die Fruchtfolge integrieren lässt, die auf Kartoffeln ausgerichtet ist. Zudem liegt mit der Firma Cargill aus Salzgitter eine der größten Mälzereien quasi vor der Haustür.

„Der eine oder andere Landwirt wird eher Roggen statt Braugerste anbauen“, räumt Bösch allerdings ein. Nach seiner Einschätzung wird die Anbaufläche für Roggen aber nur leicht zunehmen und sich die für Braugerste nur wenig verringern. Denn mit Braugerste lasse sich ein höherer finanzieller Ertrag erzielen als mit Roggen. Betriebe, die sehr viel Kartoffeln anbauen und auf Braugerste verzichten, um ihre Kartoffeläcker ausreichend beregnen zu können, sind nach Böschs Beobachtungen bislang nicht die Regel.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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